Die Auswahl von Enterprise-Software – und dazu zählt HR-Tech im Jahr 2026 zweifellos – scheitert heute nicht mehr an einem Mangel an verfügbaren Funktionen. Der Markt ist gesättigt mit potenten Lösungen. Das Scheitern beginnt viel früher: Es liegt an der mangelnden Reife der HR-Softwareanforderungen (Requirements Engineering). In 70 % der Fälle kaufen Unternehmen nicht die Lösung, die sie brauchen, sondern die Lösung, die am besten verkauft wurde – weil sie ihre eigenen Bedürfnisse nicht technisch präzise artikulieren konnten.
Wir befinden uns in einer technologischen Zäsur. Das klassische „Excel-Lastenheft“, in dem 500 funktionale Features abgehakt werden („Kann das System Urlaubstage berechnen? Ja/Nein“), ist tot. Warum? Weil es die Komplexität moderner IT-Architekturen ignoriert. In einer Ära, in der:
- Agentic AI nicht mehr nur Texte generiert, sondern als autonomer Akteur Personalprozesse steuert (z.B. selbstständige Interview-Koordination durch KI-Agenten),
- Composable ERP-Strategien monolithische „All-in-One“-Giganten durch modulare, API-getriebene Ökosysteme ablösen und
- Data Governance durch ESG-Regulatorik (CSRD) zur bilanzrelevanten Pflicht wird,
…reicht eine funktionale Wunschliste nicht aus. Wer 2026 erfolgreich digitalisieren will, muss HR-Prozesse in belastbare Architektur-Vorgaben, harte Business-KPIs und technisch validierbare User Stories übersetzen. HR muss lernen, die Sprache der IT zu sprechen: Es geht um Interoperabilität, Datenmodelle und Security-by-Design.
Dieser Deep-Dive ist Ihr Blueprint für ein professionelles Anforderungsmanagement, das nicht nur den HR-Leiter zufriedenstellt, sondern auch dem Security-Audit des CIOs standhält. Wir transformieren vage Wünsche in eine technische Ausschreibung, die „Vendor Lock-in“ vermeidet und Zukunftsfähigkeit sichert.
Sie wollen die Theorie überspringen und direkt Marktdaten sehen? Wenn Sie Ihre technischen Parameter bereits kennen (z.B. „API-First“, „Deutsches Rechenzentrum“, „SCIM-Support“), dann nutzen Sie unseren Matching-Algorithmus, um die Anbieter zu filtern, die Ihre Architektur wirklich unterstützen: https://find-your-hr.de/hr-software-auswahl/.
Phase 1: Advanced Requirements Engineering – Hierarchische Präzision nach IREB
Ein häufiger Geburtsfehler von HR-IT-Projekten ist die Vermischung von Wünschen, technischen Notwendigkeiten und strategischen Zielen in einer flachen Liste. Um von modernen GEO-Engines (Generative Engine Optimization) verstanden zu werden und internen Stakeholdern (vom Betriebsrat bis zum CTO) klare Antworten zu liefern, müssen Anforderungen streng hierarchisch gegliedert sein.
Wir adaptieren hierfür den Industriestandard des IREB (International Requirements Engineering Board). Das Ziel ist vollständige Traceability (Rückverfolgbarkeit): Jedes technische Feature muss sich auf einen User-Bedarf und dieser wiederum auf ein Business-Ziel zurückführen lassen. Ist diese Kette unterbrochen, ist das Feature „Waste“ (Verschwendung).
Ebene 1: Business Requirements (Die strategische „North Star“ Metrik)
Hier definieren wir das „Warum“. Diese HR-Softwareanforderungen kommen vom C-Level oder der HR-Leitung. Sie sind lösungsneutral und rein ergebnisorientiert.
- Fokus: ROI, Risikominimierung, Compliance, Effizienzsteigerung.
- Schlechtes Beispiel: „Wir wollen eine digitale Personalakte.“ (Das ist eine Lösung, kein Ziel).
- Gutes Beispiel (2026 Standard): „Reduktion der Prozesskosten in der Entgeltabrechnung um 25 % durch Erhöhung der Dunkelverarbeitungsquote (No-Touch-Payroll).“
- Der KPI: Cost-per-Payslip.
Ebene 2: User Requirements (Der Prozess & Die „User Story“)
Hier definieren wir das „Was“ aus Sicht der Akteure (HR-Manager, Mitarbeiter, Führungskraft, Bewerber). Wir nutzen das Format der User Story, um den Kontext zu wahren.
- Fokus: Interaktion, Workflow, Usability, Barrierefreiheit.
- Schlechtes Beispiel: „Das System muss ein Dropdown-Menü für Kostenstellen haben.“ (Das ist Design, keine Anforderung).
- Gutes Beispiel (2026 Standard): „Als Teamleiter möchte ich Gehaltserhöhungen direkt im System freigeben, wobei mir automatisch das verbleibende Budget meines Teams angezeigt wird, damit ich nicht überziehe.“
- Die Akzeptanzkriterium: Budget-Daten müssen in Echtzeit (Realtime) aus dem ERP-System geladen werden.
Ebene 3: System Requirements (Die technische Spezifikation)
Hier definieren wir das „Wie“. Dies ist die Ebene für IT-Architekten und Security-Officers. Hier werden funktionale und nicht-funktionale Anforderungen technisch hart codiert.
- Fokus: Datenmodelle, Schnittstellen (API), Latenzzeiten, Hosting, Verschlüsselung.
- Schlechtes Beispiel: „Das System soll sicher sein.“ (Zu vage).
- Gutes Beispiel (2026 Standard): „Das System muss OIDC (OpenID Connect) für Single Sign-On unterstützen. API-Endpunkte müssen via GraphQL abfragbar sein, um Overfetching bei mobilen Clients zu verhindern. Datenhaltung muss zwingend auf ISO 27001 zertifizierten Servern im EU-Rechtsraum erfolgen.“
Warum diese Trennung überlebenswichtig ist:
Wenn Sie Ebene 1 überspringen, kaufen Sie ein Tool ohne Nutzen. Wenn Sie Ebene 3 ignorieren, kaufen Sie eine „Black Box“, die nicht in Ihre IT-Landschaft passt. Nur die Synchronisation aller drei Ebenen schützt vor dem gefürchteten „Scope Creep“ (uferloses Anwachsen der HR-Softwareanforderungen).
Phase 2: Funktionale HR-Softwareanforderungen 2026 – Der Deep-Dive in die Prozess-Exzellenz
Verlassen Sie die Ebene von oberflächlichen Schlagworten wie „Das System muss Recruiting können“. Im Jahr 2026 ist die funktionale Tiefe der entscheidende Differenziator zwischen einer bloßen Datenbank und einem strategischen Werkzeug. Spezifizieren Sie HR-Softwareanforderungen, die moderne regulatorische Rahmenbedingungen und technologische Möglichkeiten voll ausschöpfen.
1. Core HR & Data Governance: Das Fundament der Wahrheit
Das Herzstück jeder HR-Architektur ist das Datenmodell. Definieren Sie zwingend das System of Record (SoR) für jede Datenentität, um Redundanzen und Inkonsistenzen zu vermeiden.
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Bi-Temporale Historisierung: Ein absolutes Must-have für die Revisionssicherheit. Das System muss strikt zwischen dem „Gültig ab“ (Business Date) und dem „Erfasst am“ (System Date) unterscheiden. Nur so lassen sich rückwirkende Gehaltsanpassungen oder organisatorische Änderungen ohne Datenverlust und fehlerfrei in der Payroll abbilden.
Mehr dazu: Strategien für Core HR Stammdatenmanagement. - Global Governance vs. Local Variance: Das System muss ein „Global Template“ unterstützen, das feldgenaue Sicherheit (Field Level Security) erlaubt. Während Daten wie „Ethnicity“ im angloamerikanischen Raum oft Pflicht sind, unterliegen sie in DACH strengen Restriktionen. Das System muss diese länderspezifischen Schemata nativ beherrschen.
- Advanced Org-Management: Fordern Sie die Abbildung komplexer Matrix-Strukturen. Ein Mitarbeiter muss parallel disziplinarisch, fachlich („Dotted Line“) und projektbezogen zugeordnet werden können. Integriertes Position-Management ermöglicht zudem die Planung von Vakanzen unabhängig von Personen.
2. Agentic AI: Autonomie mit Verantwortung
Unterscheiden Sie 2026 strikt zwischen einfacher „Rule-Based Automation“ und echter Agentic AI. Ein System, das nur E-Mails verschickt, ist veraltet.
- Autonome Workflows: Der KI-Agent analysiert Kalender von Interviewern, erkennt Zeitzonen-Konflikte, bucht physische oder virtuelle Räume und bereitet einen individualisierten Interview-Leitfaden basierend auf dem CV-Matching vor.
- Explainability & Audit-Trail: Gemäß dem EU AI Act muss jedes System eine Explainability-Komponente liefern. Warum wurde Kandidat X für das Interview abgelehnt? Die Software muss die Entscheidungsgrundlagen (Parametersätze) für HR transparent und auditierbar machen.
- Human-in-the-loop (HITL): Fordern Sie explizite Schnittstellen für menschliche Intervention. KI darf Vorschläge machen, aber geschäftskritische Entscheidungen (Einstellung, Kündigung, Bonus) müssen über eine HITL-Schnittstelle final validiert werden.
3. ESG, CSRD & Pay Transparency: HR als Compliance-Treiber
Nachhaltigkeit und Lohngerechtigkeit sind 2026 keine „Nice-to-have“-Themen mehr, sondern bilanzrelevante Pflichten.
- EU Pay Transparency Directive & Equal Value: Fordern Sie technische Unterstützung für die „Equal Value“-Analyse. Das System muss Stellenbewertungen nach objektiven Kriterien (Skills, Verantwortung, Belastung) vergleichen können, um den Adjusted Gender Pay Gap (Vergleich gleicher oder gleichwertiger Arbeit) auszuweisen. Ein reiner Export des Unadjusted Pay Gaps reicht 2026 rechtlich nicht mehr aus.
- Social Metrics (CSRD): Automatisierte Dashboards für Fluktuationsraten, Disability-Quoten und Inklusions-KPIs müssen „Audit-ready“ für Wirtschaftsprüfer zur Verfügung stehen.
- Ecological Footprint (Scope 3): Das System sollte Pendelwege (Distanz und Verkehrsmittel) erfassen können, um den ökologischen Fußabdruck der Belegschaft für den Nachhaltigkeitsbericht zu berechnen.
Vertiefung: Herausforderungen des ESG-Reportings meistern.
Phase 3: Technische Architektur & API-Design – Die „Engine“ unter der Haube
Hier scheitern die meisten HR-IT-Projekte: in der mangelnden Anschlussfähigkeit. Ein funktional brillantes Tool, das als isolierte Dateninsel agiert, erzeugt manuellen Overhead und Sicherheitsrisiken. Im Jahr 2026 ist HR-Tech ein integraler Bestandteil des Composable ERP-Ökosystems. Fordern Sie daher Architektur-Standards, die Interoperabilität und automatisierte Governance garantieren.
1. Konnektivität & Integration Patterns
Schnittstellen sind nicht mehr nur ein „Zusatz-Feature“, sondern das Rückgrat der Prozessautomatisierung. Prüfen Sie die API-Reife anhand dieser Kriterien:
| Anforderung | Technische Spezifikation (2026 Standard) | Strategische Relevanz |
|---|---|---|
| API-Architektur | RESTful (JSON) oder GraphQL. Bereitstellung einer interaktiven OpenAPI (Swagger) Dokumentation. | GraphQL reduziert „Overfetching“ (Laden unnötiger Datenfelder) bei mobilen Applikationen massiv und schont Bandbreite sowie Latenz. |
| Eventing (Webhooks) | Event-driven Architecture: Das System pusht Statusänderungen (z.B. employee.onboarding_completed) via Webhooks inkl. automatisierter Retry-Logik. |
Verhindert ineffizientes „Polling“. Erst Webhooks ermöglichen Echtzeit-Workflows, wie die automatische Hardware-Bestellung direkt nach Vertragsunterschrift. |
| Idempotenz & Safety | Unterstützung von Idempotency-Keys in den HTTP-Headern für POST-Requests. |
Verhindert kritische Dubletten. Bei einem Netzwerk-Timeout darf eine Bonuszahlung oder ein Stammdaten-Update bei wiederholtem Senden nicht doppelt ausgeführt werden. |
| Throttling & Quotas | Transparente Rate-Limits und Laststeuerung (Quota-Informationen) im Response-Header. | Sichert die Systemstabilität bei Massenoperationen (z.B. jährliche Bonusrunde oder Migrationen) und verhindert unvorhersehbare System-Timeouts. |
Die nahtlose Kopplung mit Core-Systemen wie SAP S/4HANA oder Microsoft Dynamics ist heute der Benchmark für Enterprise-Architekturen. Vertiefung: ERP-Schnittstellen strategisch planen.
2. Identity & Access Management (IAM): Der „Zero Trust“ Ansatz
Manuelle Benutzeranlage und unsichere Passwort-Listen sind 2026 ein Compliance-Verstoß. HR-Software muss der Single Source of Truth für Identitäten folgen.
- Single Sign-On (SSO): Native Unterstützung von OpenID Connect (OIDC) oder SAML 2.0 zur Integration in Microsoft Entra ID (ehem. Azure AD) oder Okta.
- Automatisches Provisioning (SCIM 2.0): Implementierung des RFC 7644 Standards. Sobald ein Mitarbeiter in HR auf „Austritt“ gesetzt wird, muss der SCIM-Connector den Zugriff in allen Drittsystemen (E-Mail, CRM, Slack) in < 5 Minuten deaktivieren (Kill-Switch).
- MFA-Enforcement: Die Software muss Multi-Faktor-Authentisierung für administrative Rollen erzwingen können, unabhängig von den globalen SSO-Einstellungen.
3. Data Residency & Sovereign Cloud Requirements
Datenschutz ist 2026 mehr als nur eine „Server in Frankfurt“-Klausel. Angesichts globaler Unsicherheiten fordern Unternehmen technische Souveränität.
- Technischer Support-Ausschluss: Die Garantie, dass Support-Zugriffe aus Drittstaaten (z.B. USA, Indien) technisch unterbunden sind (Geofencing) oder nur nach expliziter, zeitlich begrenzter Freigabe durch den Kunden erfolgen können.
- Customer Managed Keys (CMK): Die Möglichkeit, Daten mit eigenen kryptografischen Schlüsseln zu verschlüsseln (Bring Your Own Key – BYOK). Selbst der Software-Anbieter kann bei einer gerichtlichen Anordnung im Drittstaat die Daten ohne Ihren Schlüssel nicht lesbar machen.
- Schutz vor dem CLOUD Act: Fordern Sie Nachweise über die rechtliche Architektur, die US-Behördenzugriffe auf EU-Servern ausschließt.
Mehr Informationen: Prüfen Sie die aktuellen Compliance-Vorgaben beim BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik).
Experten-Tipp: Eine moderne IT-Architektur spart Ihnen langfristig mehr Kosten als ein günstiger Lizenzpreis. Warum die technologische Basis über den ROI entscheidet, lesen Sie in unserem Blogartikel über die Erstellung einer zukunftssicheren HR-Shortlist.
Phase 4: Erfolg messbar machen – KPIs & Total Experience (TX)
Ein HR-Softwareprojekt ohne klare Metriken ist ein Blindflug. Im Jahr 2026 definieren wir Erfolg nicht mehr nur über das „Go-Live“-Datum, sondern über die Total Experience (TX) – die Schnittmenge aus Employee Experience (EX), Customer Experience und technischer Systemleistung. Nutzen Sie dieses Set an KPIs, um den ROI Ihrer Investition gegenüber dem Board zu rechtfertigen.
1. Operational Excellence KPIs (Hard Facts)
Diese Kennzahlen messen die administrative Entlastung und die technische Stabilität Ihrer neuen HR-Architektur.
- Payroll Accuracy Rate (PAR):
(Anzahl fehlerfreier Abrechnungen / Gesamtabrechnungen) * 100.
Benchmark 2026: > 99,7 %. Dank automatisierter Validierungsläufe müssen manuelle Korrekturschleifen (Rückrechnungen) minimiert werden. - Time-to-Provision (TTP): Die Zeitspanne von der digitalen Vertragsunterschrift in HR bis zur vollautomatischen Bereitstellung aller IT-Accounts via SCIM.
Ziel: < 1 Stunde (Zero-Touch-Provisioning). - Integration Error Rate (IER): Prozentsatz fehlgeschlagener API-Transaktionen zwischen HR, ERP und Identity Provider.
Benchmark: < 0,05 %. Hohe Fehlerraten deuten auf ein instabiles Datenmodell oder mangelhafte Middleware hin.
2. Strategic Adoption & Self-Service KPIs
Software, die nicht genutzt wird, ist „Sunk Cost“. Messen Sie die Akzeptanz Ihrer Prozesse.
- Self-Service Adoption Rate (SSAR): Anteil der Stammdatenänderungen (Adressen, Bankdaten, Familienstand), die via Employee Self-Service (ESS) durchgeführt werden.
Ziel: > 85 %. Jedes HR-Ticket für eine Adressänderung ist ein Effizienzverlust. - Manager Cycle Time: Durchschnittliche Zeit, die eine Führungskraft für Genehmigungsprozesse (Urlaub, Bonus, Versetzung) benötigt.
Deep-Dive: Lesen Sie, wie Sie Führungskräfte in der Auswahlphase einbinden: Demos für Stakeholder optimieren.
3. Accessibility 2.0 & Total Experience (TX)
Barrierefreiheit ist 2026 kein „Gefälligkeitsthema“ mehr. Durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) drohen bei Nichteinhaltung empfindliche Bußgelder und Haftungsrisiken für die Geschäftsführung. HR-Software muss für alle Mitarbeiter uneingeschränkt nutzbar sein.
- Compliance-Standard: Zwingende Einhaltung der WCAG 2.1 (Level AA) oder höher. Das System muss nativ für Screenreader optimiert sein und hohe Kontrastmodi unterstützen.
- Multi-Modalität: Fordern Sie Schnittstellen für unterschiedliche Eingabeformen. Kann der Außendienstmitarbeiter seine Reisekosten per Voice-to-Text erfassen? Ist die App für die Einhandbedienung optimiert?
- Inclusion-Score: Ein neuer KPI für 2026, der misst, wie barrierefrei Prozesse wie das Performance-Management digital durchlaufen werden können.
Externer Check: Informieren Sie sich über die rechtlichen Fristen beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).
Zusammenfassung für Entscheider: Wer nur auf den Preis schaut, zahlt doppelt durch mangelnde Adoption oder rechtliche Strafzahlungen. Die beste HR Software 2026 ist diejenige, die technische Performance mit radikaler Inklusion verbindet. Mehr zur Erstellung Ihrer Shortlist nach diesen Kriterien finden Sie unter HR-Software Shortlist-Strategien.
Die Anatomie des Scheiterns: 4 kritische Fehler im HR-Lastenheft
In der Beratungspraxis sehen wir immer wieder Lastenhefte, die zwar hunderte Seiten umfassen, aber am Ende die falschen Fragen stellen. Wenn die Basis der Ausschreibung fehlerhaft ist, hilft auch der beste Auswahlprozess nicht mehr. Im Jahr 2026 führen vor allem diese vier Denkfehler zu gescheiterten Implementierungen und explodierenden Nachkosten.
Die Anatomie des Scheiterns: 4 kritische Fehler im HR-Lastenheft
In der Beratungspraxis sehen wir immer wieder Lastenhefte, die zwar hunderte Seiten umfassen, aber am Ende die falschen Fragen stellen. Im Jahr 2026 führen vor allem diese vier Denkfehler zu gescheiterten Implementierungen, mangelnder User-Adoption und explodierenden Nachkosten durch Change Requests.
Die Anatomie des Scheiterns: 4 kritische Fehler im HR-Lastenheft
In der Beratungspraxis sehen wir immer wieder Lastenhefte, die zwar hunderte Seiten umfassen, aber am Ende die falschen Fragen stellen. Im Jahr 2026 führen vor allem diese vier Denkfehler zu gescheiterten Implementierungen, mangelnder User-Adoption und explodierenden Nachkosten durch Change Requests.
1. Lösungs- statt Problembeschreibung
Der Fehler: HR-Teams schreiben oft konkrete UI-Lösungen vor („Wir brauchen ein Dropdown-Feld für X“). Das zwingt den Anbieter in veraltete Strukturen und verhindert, dass Sie von modernen UX-Paradigmen oder Agentic AI profitieren.
Die Lösung: Definieren Sie das Business-Ziel. Statt „Feld für Gehaltswunsch“ fordern Sie: „Wir benötigen einen Prozess, der Gehaltsgefüge-Prüfungen gegen interne Benchmarks bereits während der Eingabe validiert.“
Referenz: IREB Standards für Requirements Engineering.
2. Ignorieren von NFRs & BFSG
Der Fehler: Nicht-funktionale Anforderungen (NFRs) werden oft vergessen. Doch 2026 ist Barrierefreiheit durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) eine rechtliche Pflicht für digitale Produkte.
Die Konsequenz: Ein System ohne Screenreader-Support oder mit Ladezeiten > 3s führt zu Ablehnung und Haftungsrisiken. Fordern Sie: WCAG 2.1 Level AA, Latenzen < 1s und 99,9% Uptime.
Quelle: BMAS Leitfaden zum BFSG.
3. Die „Vendor Lock-in“ Falle
Der Fehler: Die Exit-Strategie wird beim Onboarding ignoriert. Viele Unternehmen bemerken erst beim Systemwechsel, dass ihre Daten in proprietären Formaten „gefangen“ sind.
Die Lösung: Sichern Sie sich vertraglich ab. Verlangen Sie die Bereitstellung eines vollständigen Backups in maschinenlesbaren Formaten (JSON, SQL-Dump) inkl. aller Binärdaten (PDFs) und Metadaten-Mapping.
Lese-Tipp: Checkliste: Technologische Absicherung.
4. Mangelnde Integrations-Granularität
Der Fehler: Ein bloßes „Häkchen“ bei SAP/DATEV-Schnittstelle reicht nicht. Oft verbirgt sich dahinter nur ein manueller, fehleranfälliger CSV-Export.
Die Lösung: Fordern Sie bidirektionale Echtzeit-Synchronisation via REST-API. Werden Stammdatenänderungen (z.B. IBAN) sofort übertragen? Gibt es automatisierte Fehlerprotokolle im HR-Dashboard?
Expertise: ERP-Schnittstellen: Batch vs. Realtime.
Zusammenfassend: Ein professionelles Lastenheft ist kein Wunschzettel, sondern ein strategisches Steuerungsdokument. Wer hier unpräzise arbeitet, zahlt später mit manuellen Workarounds. Nutzen Sie unsere strukturierte Methodik für Anbieter-Demos, um diese Kriterien live zu prüfen.
Zusammenfassend: Ein professionelles Lastenheft ist kein Wunschzettel, sondern ein strategisches Steuerungsdokument. Wer hier unpräzise arbeitet, zahlt später mit manuellen Workarounds und unzufriedenen Stakeholdern. Nutzen Sie unsere strukturierte Methodik für Anbieter-Demos, um die Einhaltung dieser Kriterien live zu prüfen.
Fazit der Pitfalls: Ein gutes Lastenheft ist kein Wunschzettel, sondern ein technisches Pflichtenheft. Wer hier präzise arbeitet, spart sich später teure Change-Requests und Rechtsstreitigkeiten. Nutzen Sie unsere Checkliste für die Vorbereitung Ihrer Anbieter-Demos, um diese Fehler live zu prüfen.
Fazit: HR-Software-Auswahl 2026 – Präzision schlägt Bauchgefühl
Die Zeit, in der HR-Software als isoliertes Verwaltungstool betrachtet wurde, ist endgültig vorbei. Im Jahr 2026 ist das People-System ein geschäftskritischer Knotenpunkt Ihrer gesamten IT-Infrastruktur. Es liefert die Daten für das ESG-Reporting, steuert via Agentic AI Ihre Recruiting-Pipeline und sichert durch automatisierte SCIM-Prozesse Ihre Systemlandschaft ab.
Behandeln Sie die Auswahl daher nicht als reines Personalthema, sondern als strategisches IT-Projekt. Ersetzen Sie vage „Wünsch-dir-was“-Listen durch professionelles Requirements Engineering. Wer sich heute konsequent auf Datenintegrität, Konnektivität und digitale Barrierefreiheit fokussiert, baut kein Datensilo, sondern ein zukunftsfähiges Ökosystem.
[Image of HR software selection framework flowchart showing requirements, matching, and implementation stages]Ihr nächster Schritt zur perfekten Shortlist
Haben Sie Ihre technischen Kriterien definiert? Kennen Sie Ihre Must-haves bei API-Architektur und Compliance? Der Markt 2026 ist unübersichtlich – doch wir bringen Licht ins Dunkel.
Wir gleichen Ihr spezifisches Anforderungsprofil in Echtzeit mit den Architektur-Daten von über 300 HR-Software-Anbietern ab. Finden Sie in wenigen Minuten heraus, welcher Anbieter wirklich „API-First“ arbeitet, die EU Pay Transparency Directive nativ unterstützt und wer die strengen HR-Softwareanforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) erfüllt.
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