HR Software TCO berechnen: Was 5 Jahre HR-Software wirklich kosten
Die HR Software TCO umfasst über eine typische Nutzungsdauer von fünf Jahren Lizenz, Implementierung, Schulung, Wartung, interne Betreuung, Migration und versteckte Kosten und liegt damit spürbar über dem reinen Lizenzpreis. Mit Formeln, veröffentlichten Herstellerpreisen (Stand: Oktober 2026) und Rechenbeispielen rechnen Sie diese Posten für Ihre Betriebsgröße zusammen.
- Für wen: HR- und Finanzverantwortliche im DACH-Mittelstand, die Cloud-HR-Software für Personalverwaltung, Zeiterfassung, Recruiting oder Payroll über fünf Jahre kalkulieren.
- Was die Seite zeigt: Rechenbeispiele für Kleinbetrieb, Mittelstand und Konzern, Anbieter im TCO-Detail, Nutzen und Payback sowie Vertrags- und Betriebskosten.
- Schritt 4 von 7: Kosten. Davor: Was kostet HR Software. Danach: HR Software Business Case.
Warum der Lizenzpreis nur ein Bruchteil der Wahrheit ist
Das Problem
Wer HR Software TCO berechnen will, stößt zuerst auf ein Wahrnehmungsproblem: Anbieter kommunizieren fast ausschließlich den Preis pro Mitarbeitendem und Monat (PEPM). Veröffentlichte Einstiegspreise liegen etwa bei 5,40 Euro (Kenjo) und 8 Euro (Factorial), jeweils für das kleinste Paket (Herstellerseiten, Stand: Oktober 2026); Enterprise-Suiten wie SAP SuccessFactors oder Workday erstellen Angebote individuell. Einen vollständigen Überblick über aktuelle Preise und Lizenzmodelle für HR-Software liefert unser separater Preise-und-Modelle-Guide. Die vorliegende Seite geht bewusst einen Schritt weiter und rechnet daraus die Vollkosten über fünf Jahre durch.
Wer den PEPM-Preis einfach auf die Jahreskosten hochrechnet und für fünf Jahre multipliziert, unterschätzt die tatsächliche Investition nach unserer eigenen Einordnung um 20 bis 40 Prozent, weil Implementierung, Schulung, Wartung und interne Personalressourcen fehlen (keine externe Studie). Das Ergebnis: Business Cases, die im laufenden Betrieb aus dem Ruder laufen, und Finanzverantwortliche, die dem HR-Projekt beim zweiten Nachtrag das Vertrauen entziehen.
Verschärfend kommt hinzu: Nur 8 Prozent der HR-Abteilungen im deutschen Mittelstand haben ihre Prozesse (fast) vollständig digitalisiert (Bitkom Research im Auftrag von Personio, 2020, die aktuellste uns bekannte Erhebung zu diesem Thema). Viele Unternehmen kalkulieren ihre erste größere HR-Software-Einführung also ohne Erfahrungswerte aus der eigenen Organisation.
Die Lösung
Eine belastbare TCO-Berechnung (Total Cost of Ownership) betrachtet alle Kostenkategorien über den gesamten Lebenszyklus von in der Regel fünf Jahren: Lizenzkosten, Implementierung, Datenmigration, Schulung, laufende Wartung, interne Betreuung durch die eigene IT/HR-Abteilung und einen Puffer für versteckte Kosten. Nur mit dieser Vollkostenrechnung lassen sich Angebote verschiedener Anbieter fair vergleichen und lässt sich der tatsächliche Business Case gegenüber Excel-Listen und Papierprozessen berechnen.
Wer strukturiert vorgeht, etwa mit der interaktiven TCO-Berechnung für HR-Software oder einem sauberen Lastenheft als Grundlage der Ausschreibung, reduziert das Risiko von Budgetüberschreitungen erheblich und schafft die Vergleichsbasis, die eine methodische HR-Software-Auswahl erst ermöglicht.
TCO-relevante Kriterien im Anbietervergleich
Die Tabelle vergleicht keine Endpreise (diese variieren je nach Verhandlung und Modulwahl teils stark), sondern die TCO-relevanten Strukturmerkmale der Anbieter, also das, was über fünf Jahre tatsächlich Kosten treibt. Konkrete Preise finden Sie weiter unten im Abschnitt zu veröffentlichten Herstellerpreisen; Lizenzmodelle erklärt der separate Guide zu Preisen und Modellen für HR-Software. Eine vollständige, filterbare Übersicht aller HR-Software-Anbieter am Markt bietet unser Anbietervergleich. Hier konzentrieren wir uns auf fünf marktrelevante Lösungen und ihre TCO-Struktur. Beträge verstehen sich netto, zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer.
| Kriterium | Personio Cloud-HR-Software, 2015, München |
SAP SuccessFactors Cloud-HCM-Suite, Walldorf |
Workday US-Enterprise-Cloud-HCM, 2005 |
HRworks Cloud-HR-Software, Freiburg |
Sage HR Cloud-HR-Software, Sage Group, UK |
|---|---|---|---|---|---|
| Preistransparenz (PEPM) | Preis auf Anfrage, abhängig von Mitarbeiterzahl und Modulen (Herstellerangabe) | Preis auf Anfrage, stark modul- und volumenabhängig | Preis auf Anfrage | Preis auf Anfrage, mindestens 20 Nutzer werden berechnet (Herstellerangabe) | nicht verifiziert, Preis beim Hersteller erfragen |
| Implementierungsaufwand (Einschätzung) | mittel; einmalige Einrichtungsgebühr je nach Unternehmensgröße (Herstellerangabe) | hoch, meist mit Implementierungspartner | hoch, primär Enterprise-Projekte | niedrig bis mittel | niedrig |
| Zielgruppe nach Betriebsgröße (Einschätzung) | KMU bis oberer Mittelstand | Mittelstand bis Konzern | Konzern | KMU bis Mittelstand | Kleinbetrieb bis unterer Mittelstand |
| Vertragsmodell | Jahresabo mit 12 Monaten Mindestlaufzeit (Herstellerangabe) | Enterprise-Verträge, Laufzeit im Angebot klären | Enterprise-Verträge, Laufzeit und Vertragswährung im Angebot klären | ohne Mindestlaufzeit, Nutzerzahl monatlich anpassbar (Herstellerangabe) | Vertragsbedingungen beim Hersteller erfragen |
| Interner Betreuungsaufwand (eigene Einschätzung) | mittel: 0,1 bis 0,3 Stellenanteil bei 100 bis 300 MA | hoch: häufig eigene Administration nötig | hoch: häufig eigenes HR-Systemteam | gering bis mittel | gering |
Quellen: Herstellerseiten von HRworks (hrworks.de/preise) und Personio (personio.de/preise), Stand: Oktober 2026; Zeilen mit „Einschätzung“ sind eigene Einordnungen von Find-Your-Software und keine Herstellerangaben. Genaue Zahlen für Ihr Unternehmen liefert die interaktive TCO-Berechnung für HR-Software.
Die fünf Anbieter im TCO-Detail
Wir vertiefen alle fünf in der Tabelle gelisteten Anbieter, um eine ausgewogene Einordnung über die Segmente Cloud-Mittelstand, Enterprise und Kleinbetrieb zu ermöglichen. Die Reihenfolge ist keine Bewertung. Funktionen und Preise sind Herstellerangaben und vor einer Entscheidung im Angebot zu prüfen.
Personio (Cloud-HR-Software, 2015, München)
Personio nennt auf der Herstellerseite keine Listenpreise; der Preis hängt von Mitarbeiterzahl und Zusatzmodulen ab, das Jahresabo hat 12 Monate Mindestlaufzeit, hinzu kommt eine einmalige Einrichtungsgebühr je nach Unternehmensgröße (Herstellerangabe, Stand: Oktober 2026). Für die TCO heißt das: Bindungsdauer und Einrichtungsgebühr sind als feste Positionen einzuplanen, der Preis für Ihren Modulumfang ist schriftlich anzufragen. Komplexe Payroll- oder DATEV-Anbindungen erhöhen den Projektaufwand. Das Anbieterprofil finden Sie bei Find-Your-HR.
SAP SuccessFactors (Cloud-HCM-Suite von SAP, Walldorf)
Die Suite richtet sich nach Herstellerpositionierung an größere Unternehmen mit komplexen, oft internationalen HR-Prozessen. Der TCO-Unterschied liegt typischerweise in der Implementierung: Projekte laufen häufig mit Implementierungspartnern, der Aufwand hängt vom Modulumfang ab (zum Beispiel Core HR, Recruiting, Learning, Performance). Bei bestehender SAP-ERP-Landschaft kann die Integrationstiefe den Schnittstellenaufwand verringern, was im Einzelfall zu prüfen ist. Preise nur auf Anfrage. Das Anbieterprofil liefert Details.
Workday (US-Enterprise-Cloud-HCM-Plattform, 2005)
Workday positioniert sich im Enterprise-Segment, Preise erstellt der Anbieter individuell. Implementierungen sind in der Regel mehrphasige Projekte mit entsprechendem internen Programmaufwand. Klären Sie im Angebot Vertragswährung, Wechselkursregelung und Laufzeit, weil diese Punkte über fünf Jahre relevant werden können. Bei Datenübermittlungen außerhalb der EU sind die Anforderungen der DSGVO an Drittlandtransfers zu prüfen (siehe Compliance-Abschnitt). Mehr im Anbieterprofil und im Vergleich Workday und Personio.
HRworks (Cloud-HR-Software, Freiburg)
HRworks nennt auf der Herstellerseite keine Listenpreise und lädt zur Angebotsanfrage ein. Laut Herstellerangabe gibt es keine Mindestlaufzeit, die Rechnung folgt monatlich der aktuellen Nutzerzahl, mindestens werden 20 Nutzer berechnet, und in den ersten 6 Monaten mindestens die beauftragte Lizenzanzahl (Stand: Oktober 2026). Das macht die Kosten gut planbar, zugleich zahlen sehr kleine Teams die Mindestabnahme. Der interne Betreuungsaufwand für Rechte, Reports und Schnittstellen bleibt auch hier bestehen. Siehe Anbieterprofil und den Vergleich Personio und HRworks.
Sage HR (Cloud-HR-Software von Sage Group, UK)
Zielgruppe, aktuelle Preise und Vertragsbedingungen von Sage HR erfragen Sie direkt beim Anbieter. Prüfen Sie außerdem, ob Payroll- und Compliance-Anforderungen vollständig abgedeckt sind, weil ein späterer Wechsel Migrations- und Parallelbetriebskosten verursacht.
Welche Module die TCO treiben
Kern-HR & Personalakte
Digitale Mitarbeiterstammdaten, Vertragsverwaltung und Dokumentenmanagement bilden die Basis jeder TCO-Rechnung; oft als Grundmodul separat bepreist, etwa bei Lucca 3,15 € pro Mitarbeitendem und Monat für 100 bis 149 Mitarbeitende (Herstellerseite, Stand: Oktober 2026).
Zeiterfassung
Seit dem EuGH-Urteil (Az. C-55/18) und der BAG-Entscheidung von 2022 für viele Betriebe pflichtrelevant; treibt Implementierungsaufwand durch Schnittstellen zu Zutrittssystemen und Schichtplänen. Hintergrund: Arbeitszeiterfassungspflicht.
Payroll-Integration
Anbindung an DATEV oder direkte Lohnabrechnung (mehr unter Payroll-Software); einer der kostenintensivsten Integrationspunkte in der TCO-Rechnung, da Fehler direkt finanzielle und rechtliche Konsequenzen haben.
Recruiting & Bewerbermanagement
Oft als kostenpflichtiges Zusatzmodul (bei Lucca 3,15 € pro Mitarbeitendem und Monat, bei Kenjo als Add-on, Herstellerseiten) mit eigenem Implementierungsaufwand für Stellenportale und Karriereseiten-Anbindung.
Performance- & Zielmanagement
Erhöht den Schulungsaufwand für Führungskräfte deutlich, da hier Change-Management-Bedarf entsteht, der in reinen Lizenzkalkulationen selten berücksichtigt wird.
Reporting & Analytics
Zunehmend relevant für Compliance-Nachweise; höherwertige Reporting-Pakete verursachen oft eigene Lizenzaufschläge und zusätzlichen Schulungsbedarf für HR-Controlling.
Parallelbetrieb während der Umstellung
Beim Wechsel vom Altsystem läuft die neue HR-Software meist mehrere Wochen bis Monate parallel zum Altsystem, insbesondere bei Payroll (Ausfälle sind nicht tolerierbar). Das verursacht doppelte Lizenz- oder Wartungskosten für den Übergangszeitraum sowie zusätzlichen internen Abstimmungsaufwand, ein häufig unterschätzter Posten, der separat budgetiert werden sollte.
Schnittstellen als TCO-Faktor
DATEV-Schnittstelle
Bei vielen deutschen Mittelständlern relevante Integration für die Lohnbuchhaltung. Lassen Sie sich Einrichtung und laufende Wartung als Festpreis oder Obergrenze anbieten, denn eine Standard-Schnittstelle ist nicht automatisch kostenfrei (Partnerkosten und Einrichtungsgebühren erfragen).
ERP-Anbindung (SAP, Microsoft Dynamics, Sage)
Insbesondere bei Fertigungs- und Handelsunternehmen relevant für Kostenstellen- und Projektzeitabgleich; Komplexität und Kosten steigen mit der Zahl der Schnittstellenfelder deutlich.
Single Sign-On / Active Directory
Reduziert langfristig den internen IT-Support-Aufwand, verursacht aber initial zusätzlichen Implementierungsaufwand, der in Einstiegsangeboten oft nicht enthalten ist.
Bewerbermanagement- & Jobbörsen-APIs
Anbindung an Indeed, LinkedIn oder StepStone; meist über Standard-APIs realisierbar, aber mit laufenden Wartungskosten bei API-Änderungen der Drittanbieter.
Rechtliche Kostenfallen in der TCO
Compliance-Anforderungen sind selten im Lizenzpreis abgebildet, gehören aber zu den größten versteckten Kostentreibern über fünf Jahre.
DSGVO-konforme Datenmigration
Bei jedem Anbieterwechsel oder jeder Ersteinführung müssen personenbezogene Mitarbeiterdaten nach Art. 5, 6 und 32 DSGVO verarbeitet und migriert werden (Details: DSGVO und HR-Software); unsauber geplante Migrationsprojekte gehören zu den größten versteckten Kostentreibern in der TCO-Rechnung.
Aufbewahrungsfristen im Altsystem
Nach einem Systemwechsel müssen Altdaten für die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen zugänglich bleiben: Lohnkonten sind bis zum Ablauf des sechsten Kalenderjahres nach der letzten Eintragung aufzubewahren (§ 41 Abs. 1 Satz 9 EStG), Buchungsbelege einschließlich Lohnlisten seit dem Bürokratieentlastungsgesetz IV acht Jahre (§ 147 AO). Das verursacht laufende Zusatzkosten für Archivsysteme oder verlängerte Altvertragslaufzeiten.
Auftragsverarbeitungsverträge (AVV)
Jeder Cloud-HR-Anbieter benötigt einen AVV nach Art. 28 DSGVO; Prüfung und Verhandlung binden interne oder externe Rechtsressourcen, die in TCO-Kalkulationen häufig fehlen.
Mitbestimmungspflicht des Betriebsrats
Die Einführung technischer Überwachungssysteme (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG) betrifft die meisten HR-Softwaresysteme mit Zeiterfassung oder Leistungsauswertung; Verhandlungen über eine Betriebsvereinbarung dauern in der Praxis oft mehrere Monate. Kommt es zu keiner Einigung, kann eine Einigungsstelle angerufen werden, deren Kosten (Vorsitz, Beisitzer, gegebenenfalls externe Beratung) zusätzlich anfallen: ein klassischer, in Lizenzangeboten nie ausgewiesener TCO-Posten. Praxishilfe: Betriebsrat im HR-Projekt einbinden.
Nachweispflicht Arbeitszeiterfassung
Nach der EuGH-Entscheidung (Rs. C-55/18, 2019) und dem BAG-Beschluss vom 13.09.2022 (Az. 1 ABR 22/21) besteht faktisch eine Pflicht zur systematischen Arbeitszeiterfassung; Nachrüstungen bestehender Systeme verursachen zusätzliche Lizenz- und Implementierungskosten.
Hosting-Standort & Datensouveränität
Für viele Mittelständler ist ein Serverstandort in der EU bzw. Deutschland ein Auswahlkriterium; bei Anbietern mit Konzernmutter oder Unterauftragsverarbeitern außerhalb der EU sind Drittlandtransfers zu prüfen (zum Beispiel Standardvertragsklauseln), was Rechtsberatungskosten verursachen kann.
5-Jahres-TCO nach Betriebsgröße: Modellrechnung
Größenklassen orientiert an der IfM-Bonn-Definition von Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen (bis 499 Beschäftigte und bis 50 Mio. € Jahresumsatz gilt nach IfM Bonn als mittleres Unternehmen; die Mitarbeiterzahl allein ist also nur ein Näherungswert). Alle Beträge netto, zuzüglich gesetzlicher USt. Die Spannen sind Modellannahmen von Find-Your-Software zur Orientierung, keine Herstellerpreise und keine Studienwerte. Verbindliche Lizenzpreise veröffentlichter Hersteller stehen im Abschnitt nach dieser Tabelle.
| Kostenkategorie | Kleinbetrieb (10 bis 49 MA) | Mittelstand (50 bis 499 MA) | Konzern/Großunternehmen (500+ MA) |
|---|---|---|---|
| Lizenzkosten (5 Jahre, PEPM-Basis) | ca. 9.000 € bis 29.000 € | ca. 65.000 € bis 170.000 € | ab ca. 350.000 € |
| Implementierung (einmalig) | 1.000 € bis 5.000 € | 15.000 € bis 40.000 € | ab 50.000 € |
| Datenmigration | in Implementierung meist enthalten | 500 € bis 20.000 € | 20.000 € bis 80.000 € |
| Schulung (5 Jahre kumuliert) | 500 € bis 2.500 € | 8.000 € bis 25.000 € | 30.000 € bis 100.000 € |
| Wartung & Premium-Support (5 Jahre) | 1.000 € bis 4.000 € | 15.000 € bis 35.000 € | 60.000 € bis 150.000 € |
| Interne Betreuung (Personalkostenanteil, 5 Jahre, eigene Einordnung) | 2.000 € bis 8.000 € | 10.000 € bis 40.000 € | 80.000 € bis 250.000 € |
| Versteckte Kosten (Puffer 20 bis 40 % auf Lizenz, eigene Einordnung) | 1.800 € bis 5.800 € | 13.000 € bis 34.000 € | 70.000 € bis 140.000 € |
| Geschätzte 5-Jahres-TCO gesamt | 12.000 € bis 45.000 € | 90.000 € bis 265.000 € | ab ca. 400.000 € |
Wichtiger Hinweis zur Methodik der Gesamtzeile
Die ausgewiesene Gesamt-TCO ist bewusst keine einfache Addition der Einzelkategorie-Minima bzw. -Maxima. Eine solche Summe würde unterstellen, dass ein Unternehmen in allen sieben Kategorien gleichzeitig den oberen oder unteren Rand der jeweiligen Bandbreite erreicht, was in der Praxis selten vorkommt. Wer beispielsweise eine besonders schlanke Implementierung realisiert, hat erfahrungsgemäß auch unterdurchschnittlichen Schulungsaufwand; ein Unternehmen mit maximalem Migrationsaufwand hat nicht zwangsläufig auch das höchste Wartungsbudget. Zudem überschneiden sich "versteckte Kosten" teilweise mit den oberen Enden von Wartung und interner Betreuung (z. B. Preissteigerungen, die bereits in höheren Wartungskosten eingepreist sind). Die Gesamtspanne beschreibt daher plausible Gesamtprojekt-Szenarien und nicht eine rein rechnerische Summe der Einzelzeilen. Wer das Maximalrisiko aller Kategorien gleichzeitig konservativ einplanen möchte, sollte mit der Summe der Einzelmaxima statt mit der Gesamtzeile kalkulieren.
Methodik der Modellrechnung
Die Kostenspannen dieser Tabelle sind eine eigene Einordnung von Find-Your-Software (Stand: Oktober 2026) auf Basis öffentlich zugänglicher Herstellerangaben und Erfahrungen aus Auswahlprojekten im DACH-Mittelstand. Kategorien wie Datenmigration, interne Betreuung und versteckte Kosten weisen Softwareanbieter selten separat aus; sie sind daher keine offiziellen Anbieterzahlen und nicht extern belegt. Belegte Herstellerpreise und ein nachvollziehbares Rechenbeispiel folgen im nächsten Abschnitt. Für eine auf Ihr Unternehmen zugeschnittene Berechnung nutzen Sie die interaktive TCO-Berechnung für HR-Software mit Ihren eigenen Mitarbeiterzahlen und Modulanforderungen.
Die Formeln hinter der TCO
Die Modellrechnung oben zeigt Größenordnungen. Wer Angebote belastbar vergleichen will, braucht ein nachvollziehbares Rechenmodell, in das jeder Kostenblock mit eigenen Eingaben einfließt.
| Kostenblock | Formel | Typische Eingaben |
|---|---|---|
| Lizenzen | PEPM × lizenzierte Mitarbeitende × 12, abzüglich Rabatte, zuzüglich Add-ons | Mindestabnahme, Preisstaffel, Modulumfang, Laufzeit |
| Implementierung | Beratertage × Tagessatz + interne Stunden × interner Kostensatz + Migrations- und Testaufwand | Fit-Gap-Analyse, Workshops, Rollout, Change Requests |
| Integrationen | Einrichtung und Tests + jährliche Wartung | Wartungsanteil im Angebot erfragen, Festpreis oder Obergrenze vereinbaren |
| Betrieb pro Jahr | Stellenanteil × Personalkosten + Tools + externe Kontingente | Administration, Support, Releases, Regressionstests, Dokumentation |
| Enablement | Erstellung von Inhalten + Schulungstermine + interne Zeit der Führungskräfte | Lernvideos, In-App-Hilfen, Multiplikatoren, interne Kommunikation |
| Compliance pro Jahr | Nachweisführung + Prüfungen + interne Reviews | AVV, technische und organisatorische Maßnahmen, Audit-Logs, Löschkonzept |
| Puffer | Prozentsatz auf Projekt- und Integrationskosten | Datenqualität, Zahl der Integrationen, Regelkomplexität bei Zeit und Payroll |
Rechenrahmen
TCO = Summe aus Lizenzen, Betrieb und Compliance über den Betrachtungszeitraum + Einmalkosten für Implementierung, Migration und Integrationen + Puffer − quantifizierter Nutzen. Dieser Guide rechnet über fünf Jahre; ein Vergleich über drei Jahre zeigt, wie stark Einmalkosten das Ergebnis prägen. Weisen Sie alle Werte pro Jahr aus, damit Angebote mit unterschiedlichen Laufzeiten vergleichbar bleiben.
Barwert statt Summe
Bei mehrjährigen Vergleichen empfiehlt sich der Barwert (Net Present Value): Jede Jahreszahlung wird durch (1 + Diskontsatz) hoch Jahr geteilt. Den Satz gibt in der Regel Ihr Controlling vor; wir nennen bewusst keinen Pauschalwert. Dokumentieren Sie Annahmen und prüfen Sie nach Demos und Proof of Concept, ob sie noch tragen.
Veröffentlichte Preise (Stand: Oktober 2026)
Nur ein Teil der Anbieter veröffentlicht konkrete Zahlen. Diese Angaben stammen direkt von den Preisseiten der Hersteller; Marktschätzungen von Vergleichsportalen verwenden wir hier nicht.
| Anbieter | Veröffentlichter Preis (Herstellerangabe) | Vertrags- und Zahlungshinweise |
|---|---|---|
| Lucca | Je Mitarbeitendem und Monat zzgl. MwSt., Staffel 100 bis 149 Mitarbeitende: Core HR 3,15 €, Abwesenheiten 3,05 €, Zeiterfassung 2,95 €, Performance 3,90 €, Recruiting 3,15 €, Weiterbildung 3,15 €. Spesen 5,70 € je abrechnendem Nutzer, digitaler Lohnzettel 0,69 € je Dokument | Angaben sind Richtwerte, individuelles Angebot auf Anfrage |
| Kenjo | Ab 5,40 € je Mitarbeitendem und Monat; Pakete Starter, Growth und Connect; Recruiting und ATS als Add-on | 10 % Ersparnis bei jährlicher Zahlung, 14 Tage kostenloser Test |
| Factorial | Ab 8 € je Monat und User | Weitere Pakete und Module nach individuellem Angebot |
| HRworks | Preis auf Anfrage | Keine Mindestlaufzeit; mindestens 20 Nutzer werden berechnet; in den ersten 6 Monaten mindestens die beauftragte Lizenzanzahl |
| Personio | Preis auf Anfrage, abhängig von Mitarbeiterzahl und Modulen | Jahresabo mit 12 Monaten Mindestlaufzeit, einmalige Einrichtungsgebühr je nach Unternehmensgröße |
Quellen: lucca-software.de/preise, kenjo.io/de/preise, factorialhr.de/preise, hrworks.de/preise, personio.de/preise, jeweils Stand: Oktober 2026. Ein niedriger Einstiegspreis gilt meist nur für das kleinste Paket; vergleichen Sie immer den Preis für genau die Module, die Sie benötigen. Anbieterprofile: Personio, HRworks, Factorial.
Rechenbeispiel: 120 Mitarbeitende mit Personalakte, Abwesenheiten und Zeiterfassung
Eigenes Rechenbeispiel von Find-Your-Software mit den oben genannten Lucca-Preisen der Staffel 100 bis 149 Mitarbeitende, netto:
- Lizenz pro Mitarbeitendem und Monat: 3,15 € + 3,05 € + 2,95 € = 9,15 €
- Lizenz pro Jahr: 120 × 9,15 € × 12 = 13.176 €; über drei Jahre 39.528 € (bei unveränderter Staffel und Preis)
- Zum Vergleich die Einstiegspreise: Kenjo 120 × 5,40 € × 12 = 7.776 €, Factorial 120 × 8 € × 12 = 11.520 € pro Jahr. Welche Module darin enthalten sind, zeigt erst das Angebot, deshalb ist der Vergleich nicht deckungsgleich.
- Interne Projektzeit (Annahme): 80 Stunden in HR und IT × 60 € interner Stundensatz = 4.800 € einmalig, gut ein Drittel der Jahreslizenz
- Nutzungsabhängige Posten (Annahme: eine Lohnabrechnung je Person und Monat digital zugestellt): 120 × 12 × 0,69 € = 993,60 € pro Jahr
Noch nicht enthalten sind Einrichtungsgebühr (auf Anfrage), Datenübernahme, Schnittstellen, Betrieb und Puffer. Wächst das Unternehmen über 149 Mitarbeitende, gilt eine andere Preisstaffel; fragen Sie diese beim Angebot mit ab.
In sieben Schritten zur belastbaren TCO
Ist-Kosten erfassen
Dokumentieren Sie die tatsächlichen Kosten des aktuellen Zustands (Excel-Listen, Papierprozesse, Altsystem-Lizenzen, gebundene Personalstunden) als Vergleichsbasis für den Business Case.
Anforderungen im Lastenheft fixieren
Ein strukturiertes HR-Software-Lastenheft verhindert nachträgliche Scope-Erweiterungen, die zu den häufigsten Ursachen für TCO-Überschreitungen zählen.
Angebote auf Vollkostenbasis einholen
Fragen Sie bei jedem Anbieter explizit Implementierungs-, Schulungs- und Supportkosten getrennt vom PEPM-Preis ab, nicht nur den Lizenzpreis.
TCO über 5 Jahre modellieren
Rechnen Sie alle Kategorien (Lizenz, Implementierung, Migration, Schulung, Wartung, interne Betreuung, Risikopuffer) zusammen, idealerweise mit der interaktiven TCO-Berechnung für HR-Software. Planen Sie auch geplantes Mitarbeiterwachstum oder -abbau ein, da PEPM-Preise direkt an die Kopfzahl gekoppelt sind.
Alternativen gegenüberstellen
Vergleichen Sie mindestens Cloud- und ggf. On-Premise-Optionen sowie 2 bis 3 Anbieter auf identischer Vollkostenbasis, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Eine strukturierte HR-Software-Auswahl hilft dabei.
Fördermöglichkeiten und Exit-Kosten einkalkulieren
Prüfen Sie vor der finalen Kalkulation, ob aktuelle Länder- oder regionale Förderprogramme einen Teil der Investition abfedern können. Das Bundesprogramm Digital Jetzt ist ausgelaufen; neue Anträge sind seit dem 31. Dezember 2023 nicht mehr möglich (Quelle: foerderwiki.de, Stand: Mai 2026). Beziffern Sie zugleich, was ein späterer Ausstieg kosten würde (Datenexport, Parallelbetrieb, erneute Migration).
Vertrag und Exit-Klauseln verhandeln
Verhandeln Sie Mehrjahresrabatte, aber auch klare Exit-Konditionen (Datenexport, Kündigungsfristen, Migrationsunterstützung), da diese die TCO am Vertragsende maßgeblich beeinflussen.
Der Nutzen gehört in die Rechnung
Eine TCO ohne Nutzen ist nur die halbe Entscheidungsgrundlage. Die Tabelle ordnet gängige Funktionsbereiche nach den Kosten, die sie treiben, und den Effekten, die sich daraus ableiten lassen.
| Funktion | Kostentreiber | Nutzen- und Einsparhebel |
|---|---|---|
| Kern-HR und digitale Akte | Datenmodell, Migration, Rollen und Rechte | Weniger Nacharbeit, bessere Datenqualität |
| Recruiting und ATS | Karriereseite, Multiposting, Bewertungsbögen | Kürzere Besetzungsdauer, Transparenz über Kanalkosten |
| Zeit und Abwesenheit | Regelwerk, Schichten, Erfassungsgeräte | Weniger Planungsaufwand, nachvollziehbare Nachweise |
| Payroll-Übergabe | Delta-Export, Protokolle, Kostenstellenlogik | Weniger Korrekturen, schnellerer Abschluss |
| Lernen und Qualifikation | Pflichtkurse, Zertifikate | Weniger Audit-Feststellungen, interne Besetzung |
| Identität (SSO, SCIM) | Provisionierung, Tests, Gruppenlogik | Weniger Tickets, geringeres Offboarding-Risiko |
| Analytics und Datenfeeds | Datenanbindung, Dashboards, Semantik | Bessere Grundlage für Planung und Steuerung |
Payback rechnen
Payback in Jahren = Einmalkosten ÷ jährlicher Nettovorteil. Der Nettovorteil ist die Summe der Einsparungen und Mehrwerte abzüglich der laufenden Kosten. Eine Prozesszeit-Einsparung rechnen Sie als Fallzahl × eingesparte Minuten ÷ 60 × interner Stundensatz. Je weniger belastbar ein Effekt messbar ist, desto vorsichtiger sollte er in den Business Case eingehen.
Welche Effekte zählen
Typisch sind kürzere Genehmigungs- und Nacharbeitszeiten, weniger Rückfragen durch Self-Service, weniger Payroll-Korrekturen, schnelleres Onboarding und vermiedene Compliance-Risiken. Rechnen Sie nur mit Effekten, die Sie vor der Einführung erhoben haben; die Studie von Personio und Bitkom Research (2020) nennt 42 Prozent Verwaltungsanteil in der HR-Arbeit als Ausgangspunkt, nicht als garantierte Einsparung.
Vertiefungen zu den Funktionen finden Sie unter HR-Software-Funktionen, Zeit und Workforce Management, Payroll-Software und Recruiting und ATS.
Wo TCO entsteht und wie Sie sie begrenzen
Schnittstellen entscheiden, ob Prozesse durchgängig laufen und ob die Kosten stabil bleiben. Die Matrix zeigt typische Kopplungen einer HR-Plattform; darunter stehen die Hebel in Vertrag und Betrieb.
| Zielsystem | Beispiel-Schnittstellen | TCO-Chance | TCO-Risiko |
|---|---|---|---|
| Identitätsverwaltung | SSO (SAML, OIDC), SCIM | Automatische Provisionierung, weniger Tickets | Fehlende Gruppenlogik, manuelle Workarounds |
| Zeit und Abwesenheit | REST-Schnittstellen, Webhooks | Planungssicherheit, Payroll-fähige Daten | Regelkomplexität, Rollout von Erfassungsgeräten |
| Payroll und Finanzen | Delta-Exporte, Protokolle | Weniger Korrekturen, schnellere Abschlüsse | Fehlende Kostenstellen- und Dimensionslogik |
| Kommunikation und Kalender | Kalender- und Graph-Schnittstellen | Termine ohne Abstimmungsaufwand | Datenschutz und Mitbestimmung bei Monitoring |
| BI und Analytics | CSV- und JSON-Feeds | Schnelle Berichte, Prognosen | Datenhoheit, uneinheitliche Begriffe |
Festpreise für Schnittstellen
Vereinbaren Sie für Einrichtung und Wartung Festpreise oder Obergrenzen. Ereignisbasierte Schnittstellen (Webhooks) können Folgekosten gegenüber manuellen Exporten senken.
Preisanpassungen begrenzen
Verhandeln Sie einen Deckel oder die Bindung an einen Index, dazu klare Kündigungsrechte, Supportzusagen und den Datenexport bei Vertragsende.
Flexibilität bei der Nutzerzahl
Anbieter ohne Mindestlaufzeit oder mit monatlicher Zahlung erlauben es, Nutzerzahlen an das Wachstum anzupassen. HRworks nennt keine Mindestlaufzeit, Kenjo bietet monatliche und jährliche Zahlung (Herstellerangaben).
Rollen und Rechte
Ein Rechtekonzept nach dem Prinzip der minimalen Rechte senkt Betriebsaufwand und Risiko. Es ist zugleich eine Grundlage für Auskunfts- und Löschprozesse, siehe DSGVO und HR-Software.
Releases und Runbooks
Planen Sie Regressionstests nach Releases, Monitoring und dokumentierte Abläufe für Störungen ein. Diese Stunden fehlen in Angeboten, gehören aber in die Betriebskosten.
Frühe Einbindung
Datenschutz und Betriebsrat sind kein Zusatzaufwand, sondern Schutz vor Verzögerungen und Nacharbeit. Eine frühe Abstimmung beschreibt der Beitrag Betriebsrat im HR-Projekt einbinden.
Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten für einen Wechsel des HR Systems, einschließlich der Implementierung?
Die tatsächlichen Kosten eines Systemwechsels lassen sich nur für Ihren Modulumfang beziffern, denn sie setzen sich aus sieben Posten zusammen: Lizenz, Einführung, Datenmigration, Schulung, Parallelbetrieb, Schnittstellen und Ausstieg aus dem Altsystem. Die meisten Hersteller veröffentlichen dafür keine Beträge. Fordern Sie deshalb jeden Posten im Angebot einzeln an und rechnen Sie die Summe über fünf Jahre. Interne Projektzeit kommt hinzu.
- Lizenz: Preisliste mit Staffeln, Mindestlaufzeit und Grundgebühr
- Einführung: Festpreis oder Aufwandsschätzung je Arbeitspaket
- Datenmigration: Mapping, Zahl der Probeimporte und Verantwortliche
- Schulung: Umfang der enthaltenen Schulungsstunden
- Parallelbetrieb: Kündigungsfrist und Laufzeitende des Altvertrags
- Schnittstellen: Einrichtung und Wartung getrennt ausgewiesen
- Ausstieg aus dem Altsystem: Exportformate, Fristen und Gebühren
Modellwerte nach Unternehmensgröße zeigt der Abschnitt 5-Jahres-TCO nach Betriebsgröße. Die Preislogik der Hersteller erklärt der Beitrag Was kostet HR-Software.
Quelle: Preisseiten der Hersteller (abgerufen am 10.10.2026) und Modellrechnung von Find-Your-Software, Stand: Oktober 2026. Keine Angebotspreise.
Häufige Fragen zur HR-Software-TCO
Was genau umfasst die TCO-Berechnung bei HR-Software?
Die Total-Cost-of-Ownership-Berechnung (TCO) bei HR-Software umfasst alle Kosten, die über die gesamte Nutzungsdauer eines Systems anfallen, typischerweise über einen Zeitraum von fünf Jahren gerechnet. Dazu zählen die laufenden Lizenzkosten, einmalige Implementierungskosten, Datenmigration, Schulungsaufwand für Mitarbeitende und Administratoren, laufende Wartungs- und Supportgebühren sowie der interne Personalaufwand für Betreuung und Administration des Systems. Ergänzend sollte ein Puffer für versteckte Kosten wie Preissteigerungen, Zusatzmodule oder Ausstiegskosten eingeplant werden. Wer nur den Lizenzpreis pro Mitarbeitendem und Monat betrachtet, unterschätzt die tatsächliche Investition nach unserer eigenen Einordnung um 20 bis 40 Prozent (keine externe Studie).
Warum genau fünf Jahre und nicht drei oder zehn?
Fünf Jahre haben sich als Standard-Betrachtungszeitraum etabliert, weil sie einerseits lang genug sind, um Implementierungskosten sinnvoll auf die Nutzungsdauer umzulegen, und andererseits kurz genug, um realistische Annahmen über Mitarbeiterwachstum und technologische Entwicklung zu treffen. Viele HR-Software-Verträge laufen zudem in Zyklen von einem bis drei Jahren mit Verlängerungsoptionen, sodass ein Fünfjahreshorizont typischerweise ein bis zwei Vertragsverlängerungen inklusive möglicher Preisanpassungen abbildet. Bei sehr volatilen Wachstumsplänen oder bevorstehenden Firmenzusammenschlüssen kann ein kürzerer Betrachtungszeitraum von drei Jahren sinnvoller sein.
Wie unterscheidet sich diese TCO-Betrachtung von reinen Preismodellen und Lizenzarten?
Preismodelle und Lizenzarten (etwa PEPM oder Flatrate-Modelle) beschreiben, wie ein Anbieter seinen Grundpreis strukturiert und abrechnet. Dazu finden Sie einen eigenen Guide zu HR-Software-Preisen, Lizenzmodellen und TCO 2026. Dieser TCO-Guide geht einen Schritt weiter und rechnet auf Basis dieser Preismodelle die vollständigen Gesamtkosten über fünf Jahre für konkrete Betriebsgrößen durch, inklusive Implementierung, Schulung, Wartung, interner Betreuung und Migration, die im Preismodell selbst nicht abgebildet sind.
Welche versteckten Kosten werden bei der TCO-Berechnung am häufigsten übersehen?
Am häufigsten übersehen werden die interne Betreuung durch die eigene IT- oder HR-Abteilung, laufende Kosten für DATEV- oder ERP-Schnittstellenpflege, Preissteigerungen im Vertragsverlauf sowie Ausstiegskosten beim Anbieterwechsel. Auch der Zeitaufwand für Change-Management bei der Einführung neuer Module wie Performance-Management wird selten in Euro beziffert, bindet aber reale Arbeitszeit. Ein Puffer für diese Positionen liegt nach unserer eigenen Einordnung bei 20 bis 40 Prozent des reinen Lizenzpreises über die Vertragslaufzeit.
Wie hoch ist die 5-Jahres-TCO für ein mittelständisches Unternehmen mit 150 Mitarbeitenden?
Für ein Unternehmen dieser Größe im Mittelstandssegment (50 bis 499 Mitarbeitende nach IfM-Bonn-Definition) ergibt das Rechenbeispiel von Find-Your-HR mit den auf dieser Seite genannten Annahmen eine 5-Jahres-TCO von etwa 90.000 bis 265.000 Euro, abhängig von Modulumfang, Integrationsanforderungen und Anbieterwahl. Ein Unternehmen mit 150 Mitarbeitenden bewegt sich dabei eher im mittleren bis unteren Bereich dieser Spanne, sofern keine komplexen internationalen Payroll- oder ERP-Integrationen benötigt werden. Für eine exakte Zahl auf Basis Ihrer eigenen Mitarbeiterzahl und Modulwahl empfiehlt sich der Einsatz der dedizierten TCO-Berechnung für HR-Software.
Lohnt sich eine teurere Software mit höherer TCO trotzdem?
Ja, das ist möglich, wenn die zusätzlichen Kosten durch geringere interne Betreuungsaufwände, schnellere Time-to-Value oder vermiedene Folgekosten (etwa durch bessere Compliance-Funktionen bei der Arbeitszeiterfassung) kompensiert werden. Eine reine Kostenbetrachtung ohne Berücksichtigung des Nutzens greift daher zu kurz. Idealerweise wird die TCO-Rechnung um eine ROI-Betrachtung ergänzt, die eingesparte Verwaltungszeit und reduzierte Fehlerkosten gegenüberstellt. HR-Fachkräfte verwenden laut einer Studie von Personio und Bitkom Research (2020) im Schnitt 42 Prozent ihrer Arbeitszeit für administrative Aufgaben, sodass Automatisierungseffekte einen erheblichen Teil höherer Lizenzkosten aufwiegen können.
Wie unterscheiden sich die TCO-Treiber zwischen Cloud- und On-Premise-HR-Software?
Bei Cloud-HR-Software (SaaS) verteilen sich die Kosten gleichmäßiger über die Laufzeit, da Wartung, Updates und Hosting im Lizenzpreis enthalten sind, während bei On-Premise-Lösungen hohe initiale Investitionen in Server, Lizenzen und interne IT-Betreuung anfallen, dafür aber keine laufende Abo-Gebühr. Für eine ausführliche Gegenüberstellung beider Modelle inklusive der jeweiligen TCO-Struktur lohnt sich der Blick in den Vergleich von Cloud-HR-Software und On-Premise-Systemen. Im DACH-Mittelstand dominiert inzwischen das Cloud-Modell, weil es die anfängliche Kapitalbindung reduziert und die IT-Betreuung teilweise auslagert.
Welche Rolle spielt die Vertragsgestaltung für die tatsächliche TCO?
Die Vertragsgestaltung beeinflusst die TCO erheblich: Mehrjahresverträge oder Jahreszahlung können Rabatte bringen (Kenjo nennt etwa 10 Prozent bei jährlicher Zahlung, Herstellerangabe), binden das Unternehmen aber auch länger an einen möglicherweise ungünstigen Anbieter. Wichtig sind zudem klare Regelungen zu Preissteigerungen (Deckel oder Bindung an einen Index), Datenexportrechten bei Vertragsende und den Kosten für einen späteren Anbieterwechsel. Eine sorgfältige Verhandlung dieser Klauseln vor Vertragsunterschrift kann die 5-Jahres-TCO spürbar verändern, ohne dass sich am eigentlichen Funktionsumfang etwas ändert.
Was kostet eine Datenmigration beim Wechsel von einem Altsystem auf eine neue HR-Software?
Die Kosten einer Datenmigration hängen stark von Datenmenge, Datenqualität im Altsystem und Zahl der zu übernehmenden Historienjahre ab; in unserer Modellrechnung rechnen wir zwischen 500 Euro bei einfachen Excel-Migrationen im Kleinbetrieb und bis zu 20.000 Euro bei komplexen Migrationen aus gewachsenen Altsystemen im Mittelstand (eigene Einordnung). Zusätzlich müssen DSGVO-konforme Löschkonzepte für das Altsystem und gesetzliche Aufbewahrungsfristen für Lohnunterlagen (je nach Unterlage 6 bis 8 Jahre, siehe Abschnitt Compliance) berücksichtigt werden, was parallele Systemkosten für einen Übergangszeitraum verursachen kann, insbesondere bei Payroll-Systemen, die während der Umstellung meist mehrere Wochen doppelt betrieben werden. Eine gründliche Datenbereinigung vor der Migration reduziert diese Kosten häufig spürbar.
Wie viel interne Personalzeit muss ich für Betreuung und Administration einplanen?
Je nach Systemkomplexität und Unternehmensgröße ist bei kleineren Unternehmen mit einem Bruchteil einer Stelle (geschätzt 0,05 bis 0,1 Vollzeitäquivalent) für laufende Administration zu rechnen, während mittelständische Unternehmen mit komplexeren Modul-Landschaften häufig 0,1 bis 0,3 Vollzeitäquivalente dauerhaft für Systempflege, Rechteverwaltung, Reporting und Schnittstellenkoordination einplanen sollten (eigene Einordnung). Diese Personalkosten werden in Angeboten von Softwareanbietern praktisch nie ausgewiesen, gehören aber zu den TCO-relevantesten Positionen, da sie über die gesamte Nutzungsdauer anfallen und mit steigender Mitarbeiterzahl mitwachsen.
Was passiert mit der TCO, wenn mein Unternehmen während der Vertragslaufzeit wächst oder schrumpft?
Da die meisten PEPM-Preismodelle direkt an die Mitarbeiterzahl gekoppelt sind, verändert Wachstum oder Schrumpfung die 5-Jahres-TCO oft deutlich stärker als angenommen: Ein Unternehmen, das von 100 auf 180 Mitarbeitende wächst, zahlt über die Laufzeit gerechnet spürbar mehr als die statische Kalkulation zu Vertragsbeginn suggeriert. Teilweise wechselt es dabei sogar in eine andere Preisstaffel des Anbieters. Bei Schrumpfung wiederum sind viele Verträge nicht flexibel nach unten anpassbar, sodass für nicht mehr benötigte Lizenzplätze weiterbezahlt werden muss, bis die Mindestlaufzeit endet. Empfehlenswert ist daher, bei der Vertragsverhandlung explizit nach Staffelpreisen für Wachstumsszenarien und nach Möglichkeiten zur Reduzierung der Lizenzanzahl während der Laufzeit zu fragen und beide Szenarien (Wachstum und Stagnation) parallel in die TCO-Rechnung einzubeziehen.
Wie unterscheidet sich die TCO von einem Preisangebot?
Ein Preisangebot nennt meist Lizenzkosten und eine Einrichtungsposition. Die TCO umfasst darüber hinaus Betrieb, Integrationswartung, Compliance, Schulung, interne Projektzeit und einen dokumentierten Puffer über den gesamten Betrachtungszeitraum von drei bis fünf Jahren. Das Angebot ist damit eine Eingabe in die TCO und nicht ihr Ergebnis. Holen Sie Angebote für genau Ihren Modulumfang ein und trennen Sie Muss-, Soll- und Optional-Positionen. Die Preislogik der Hersteller erklärt der Beitrag Was kostet HR-Software.
Wie vergleiche ich Suite und Best-of-Breed in der TCO?
Vergleichen Sie den Gesamtaufwand und nicht einzelne Preise: Lizenzpakete gegenüber Einzellizenzen, Zahl und Komplexität der Schnittstellen, Betreuungsaufwand im Betrieb und Zeit bis zur produktiven Nutzung. Eine Suite kann den Schnittstellenaufwand verringern, ein Best-of-Breed-Ansatz kann bei einzelnen Funktionen mehr Tiefe bieten. Beides gehört als Risiko beziehungsweise Nutzen in die Rechnung. Wie Sie zu einer belastbaren Auswahl kommen, beschreibt der Shortlist-Leitfaden.
Wie berechne ich Payback und Barwert (NPV)?
Der Payback ergibt sich aus den Einmalkosten geteilt durch den jährlichen Nettovorteil. Der Nettovorteil besteht aus eingesparten Prozesszeiten, vermiedenen Korrekturen und weiteren messbaren Effekten abzüglich der laufenden Kosten. Für den Barwert (NPV) werden die jährlichen Zahlungen mit einem Diskontsatz abgezinst, den Ihr Controlling vorgibt. Rechnen Sie nur mit Effekten, die Sie vor und nach der Einführung messen können, und weisen Sie Annahmen offen aus.
Welche Vertragsklauseln begrenzen das TCO-Risiko?
Sinnvoll sind Festpreise oder Obergrenzen für Schnittstellen, begrenzte Preisanpassungen (Deckel oder Indexbindung), klare Kündigungsrechte, schriftliche Supportzusagen und der Datenexport bei Vertragsende. Prüfen Sie außerdem Mindestabnahmen und Mindestlaufzeiten: HRworks berechnet laut Herstellerseite mindestens 20 Nutzer, bei Personio hat das Jahresabo laut Herstellerangabe 12 Monate Mindestlaufzeit (Stand: Oktober 2026).
Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten für einen Wechsel des HR Systems, einschließlich der Implementierung?
Die tatsächlichen Kosten eines Systemwechsels lassen sich nur für Ihren Modulumfang beziffern, denn sie setzen sich aus sieben Posten zusammen: Lizenz, Einführung, Datenmigration, Schulung, Parallelbetrieb, Schnittstellen und Ausstieg aus dem Altsystem. Die meisten Hersteller veröffentlichen dafür keine Beträge. Fordern Sie deshalb jeden Posten im Angebot einzeln an und rechnen Sie die Summe über fünf Jahre. Interne Projektzeit kommt hinzu.
Berechnen Sie Ihre individuelle 5-Jahres-TCO in wenigen Minuten
Pauschale Preisspannen geben Orientierung, aber Ihre tatsächliche TCO hängt von Ihrer Mitarbeiterzahl, Ihrem Modulbedarf und Ihren Integrationsanforderungen ab. Nutzen Sie unseren TCO-Rechner für HR-Software, um Lizenz, Implementierung, Schulung und versteckte Kosten für Ihr Unternehmen konkret zu ermitteln, oder lassen Sie sich unabhängig durch die passende HR-Software-Auswahl für Ihre Betriebsgröße führen.