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DATEV HR Integration 2026

DATEV HR Integration: Schnittstellen, Kosten und Anbieter 2026

Die Lohnabrechnung in Deutschland laeuft ueber DATEV. 749.800 Unternehmen sind DATEV-Kunden, und 14,7 Millionen Lohnabrechnungen erstellt DATEV monatlich (Quelle: DATEV eG, Maerz 2025). Wer seine HR-Software nicht an DATEV anbindet, riskiert monatliche Doppelpflege, Uebertragungsfehler und Haftungsrisiken bei Betriebspruefungen. Dieser Leitfaden erklaert Schnittstellen, Kosten und Anbieter fuer den DACH-Mittelstand.

Alle 6 DATEV-Datendienste erklaert 10 Anbieter mit DATEV-Schnittstelle Kosten und Beispielkalkulation 6-Schritt Einrichtungs-Guide DSGVO und AVV-Pflichten Stand: Oktober 2026
749.800
Unternehmen nutzen DATEV als Kunden (Quelle: DATEV eG, Maerz 2025)
14,7 Mio.
Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellt DATEV monatlich (Quelle: DATEV eG, 2025)
685.000
Nutzer der DATEV Unternehmen online Plattform fuer Kanzlei-Zusammenarbeit (2025)
40.293
Steuerberater, Wirtschaftspruefer und Rechtsanwaelte als DATEV-Genossen (Quelle: DATEV eG, 2024)
Das DATEV-Oekosystem

Warum DATEV fuer den deutschen Mittelstand geschaeftskritisch ist

DATEV eG (Genossenschaft mit Sitz in Nuernberg, gegruendet 1966) ist der dominierende Softwareanbieter fuer Steuerberatungskanzleien in Deutschland. Mit einem Umsatz von 1,514 Milliarden Euro und 40.293 Mitgliedern steuert DATEV die Lohnbuchhaltung fuer Hunderttausende Unternehmen im DACH-Raum (Quelle: DATEV eG Pressemitteilung, 28. Maerz 2025).

Ohne Integration: Die monatlichen Probleme

Doppelpflege von Stammdaten

Bankverbindung, Steuerklasse, Krankenkasse: Jede Aenderung muss sowohl in der HR-Software als auch in DATEV manuell vorgenommen werden. Bei 100 Mitarbeitenden entstehen so Dutzende doppelte Pflegeaufwaende pro Monat.

Uebertragungsfehler bei der Lohnvorbereitung

Falsch abgetippte Stundenzahlen, vergessene Schichtzuschlaege oder fehlerhafte Lohnarten fuehren zu inkorrekten Gehaltsabrechnungen. Die Fehlerquote bei manueller Dateneingabe steigt mit der Mitarbeiterzahl.

Zeitverzug und Haftungsrisiko

Wenn Lohnunterlagen den Steuerberater zu spaet erreichen, verzoegert sich die Abrechnung. Bei Betriebspruefungen ist ohne Uebertragungsprotokoll nicht nachvollziehbar, wer wann welche Daten geliefert hat.

Fehlende Rueckverfolgbarkeit

Korrekturen, die nach der Abrechnung notwending werden, sind bei manueller Uebertragung aufwendig und fehleranfaellig. Im Jahresabschluss verdichten sich alle Fehler aus dem Jahresverlauf.

Mit Integration: Automatisierter Datenfluss

Stammdaten einmal pflegen

Aenderungen in der HR-Software werden automatisch an DATEV uebertragen. Kein manueller Abgleich, keine Versionskonflikte. Stammdaten sind in beiden Systemen jederzeit aktuell.

Fehlerreduktion durch API-Validierung

Moderne API-basierte Integrationen pruefen Datenpunkte vor der Uebertragung auf Vollstaendigkeit und Formatkonformitaet. Fehler werden sofort gemeldet, nicht erst bei der naechsten manuellen Kontrolle.

Revisionssichere Protokollierung

Jede Datenuebertragung wird automatisch protokolliert. Bei einer Betriebspruefung ist jederzeit nachweisbar, wann welche Daten uebermittelt und ob Korrekturen vorgenommen wurden.

Mitarbeiterzufriedenheit durch Punctuellity

Korrekte und puenktliche Gehaltsabrechnungen reduzieren Rueckfragen im HR-Team und verbessern die Mitarbeitererfahrung. Lohnzettel koennen bei bidirektionaler Integration direkt im Self-Service-Portal abgerufen werden.

Technische Schnittstellen

Die sechs DATEV-Datendienste im Detail

DATEV stellt HR-Software-Anbietern standardisierte API-basierte Datendienste zur Verfuegung (Quelle: datev.de, 2025). Daneben existiert die aeltere ASCII-Schnittstelle als manuelle Dateiuebertragungsmethode ohne automatisierte Synchronisierung. Moderne Integrationen setzen auf die API-Dienste.

Datendienst 01

DATEV Lohnimportdatenservice

Uebertraegt Daten aus Zeiterfassungs- oder HR-Systemen einseitig in die DATEV-Payroll. Typischer Anwendungsfall: Stunden, Fehlzeiten und Lohnarten werden aus der HR-Software in DATEV importiert.

  • Unidirektionale Uebertragung (HR zu DATEV)
  • Kompatibel mit LODAS und Lohn und Gehalt
  • Etablierter Dienst, breite Anbieterunterstuetzung
Datendienst 02 Neu Juli 2025

DATEV Lohnaustauschdatenservice

Bidirektionaler Datenaustausch. Personalstammdaten und Bewegungsdaten fliessen von der HR-Software zu DATEV, verarbeitete Ergebnisse wie Lohnzettel und eAU-Bestaetigungen fliessen zurueck. Eingefuehrt am 16. Juli 2025 (Quelle: DATEV Pressemitteilung, 2025).

  • Erste Partner: HRworks, taxmaro, Factorial
  • Lohnzettel-Rueckuebertragung als PDF
  • eAU-Bestaetigung automatisiert
Datendienst 03

DATEV Lohnauswertungsdatenservice

Uebertraegt Lohnauswertungen und Abrechnungsberichte aus DATEV in Drittsysteme. Relevant fuer Reporting und Controlling in der HR-Software.

  • Lohnberichte in HR-Software abrufbar
  • Controlling und Personalkosten-Reporting
  • Integration mit BI-Systemen moeglich
Datendienst 04

DATEV Lohnergebnisdatenservice

Automatisiert die Uebertragung von Brutto/Netto-Daten, Lohnkonten und Lohnjournal in externe Systeme.

  • Brutto/Netto-Uebersichten automatisch
  • Lohnjournal-Daten fuer Controlling
  • Buchungssaetze fuer Finanzbuchhaltung
Datendienst 05

Datenservice Dokumente Personalwirtschaft

Uebertraegt Dokumente wie Lohnzettel, Zeugnisse oder Nachweise in GoBD-konforme Personalakten innerhalb von DATEV Personal. Fuer Unternehmen mit vollstaendiger digitaler Personalakte auf DATEV-Basis besonders relevant.

  • GoBD-konforme Ablage
  • Lohnzettel, Zeugnisse, Bescheinigungen
  • Anbindung an DATEV Personal
Datendienst 06

DATEV Buchungsdatenservice

Uebertraegt Buchungssaetze aus der Lohnabrechnung in die DATEV-Finanzbuchhaltung. Ermoeglicht automatisierte Verbuchung von Personalkosten nach Kostenstellen.

  • Automatisierte Kostenstellen-Verbuchung
  • Integration mit DATEV Kanzlei-Rechnungswesen
  • Monatliche Buchungssaetze ohne Medienbruch
Typische Datenpunkte

Was wird zwischen HR-Software und DATEV uebertragen?

Stammdaten (einmalig und bei Aenderungen)

  • Name, Adresse, Geburtsdatum
  • Steuerklasse, Steueridentifikationsnummer
  • Sozialversicherungsnummer
  • Krankenkasse und Beitragsgruppe
  • Bankverbindung (IBAN)
  • Eintritts- und Austrittsdatum
  • Kostenstellenzuordnung

Bewegungsdaten (monatlich)

  • Stunden (Normal, Ueberstunden, Nacht, Wochenende)
  • Abwesenheiten (Urlaub, Krankheit, Elternzeit)
  • Lohnarten (Fixum, variable Boni, Sachbezuege)
  • Einmalzahlungen (Weihnachtsgeld, Praemien)
  • eAU (elektronische Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigungen)
  • Kurzarbeitszeiten fuer KUG-Abrechnung

Ergebnisdaten (von DATEV zurueck)

  • Lohnzettel als PDF
  • Brutto/Netto-Uebersichten
  • Lohnjournal fuer Controlling
  • Buchungssaetze fuer Finanzbuchhaltung
  • eAU-Bestaetigungen der Krankenkasse
  • Nur bei bidirektionaler Integration verfuegbar
eAU und Sonderfaelle

eAU-Automatisierung und Sonderbeschaeftigungsformen

Elektronische Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung (eAU)

Seit dem 1. Januar 2023 sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, die eAU aktiv bei der gesetzlichen Krankenkasse abzurufen (Sozialgesetzbuch IV § 109). Arbeitnehmer sind nicht mehr verpflichtet, einen Papiernachweis einzureichen. Eine DATEV-Integration kann diesen Abruf vollstaendig automatisieren: Die HR-Software registriert die Krankmeldung, loest ueber die DATEV-Schnittstelle eine Abfrage bei der Krankenkasse aus, und das Ergebnis wird automatisch zurueckgespiegelt. Anbieter mit DATEV Lohnaustauschdatenservice bilden diesen Prozess komplett digital ab.

Minijobs, Midijobs und Kurzarbeit

Minijobber (Beitragsgruppe 6100, pauschale Lohnsteuer ueber die Minijob-Zentrale) und Midijobber (Uebergangsbereich, gestaffelte SV-Berechnung) unterliegen in DATEV anderen Lohnarten-Nummern als regulaer Beschäftigte. Bei der Integration muessen diese Gruppen korrekt konfiguriert werden. Kurzarbeitergeld (KUG) wird in DATEV ueber spezifische Lohnarten abgebildet. Die HR-Software muss Kurzarbeitszeiten (Ist-Stunden vs. Soll-Stunden) getrennt erfassen und uebertragen. Nicht alle HR-Anbieter unterstuetzen die KUG-Datenuebertragung automatisiert.

Architekturvarianten

Vier Wege, Daten nach DATEV zu bringen

Neben den API-Datendiensten kommen in der Praxis weitere Muster vor. Welches passt, hängt vom Datenvolumen, vom Betriebsmodell der Kanzlei und davon ab, ob Ihr HR-Anbieter Rückmeldungen automatisch verarbeitet (Stand: Oktober 2026).

Variante 01

Datei-Export (CSV oder ASCII)

Die HR-Software erzeugt Pakete mit Stamm- und Bewegungsdaten, die per Upload oder gesichertem Dateitransfer bei der Kanzlei ankommen und dort importiert werden. Das Verfahren ist einfach und gut prüfbar. Fehler fallen jedoch oft erst beim Import auf, und eine automatische Rückmeldung fehlt.

  • Geeignet für kleine Datenmengen und Übergangsphasen
  • Feldreihenfolge und Zeichenkodierung schriftlich festlegen
  • Prüfsumme je Datei erleichtert den Nachweis
Variante 02

API-Datendienste

Online-Schnittstellen wie der Lohnaustauschdatenservice basieren auf einem REST-Webservice und validieren Daten bereits bei der Übergabe (Quelle: DATEV Pressemitteilung, 16. Juli 2025). Dafür müssen Authentifizierung, Berechtigungen und der Wiederanlauf nach Störungen geklärt sein.

  • Weniger Medienbrüche zwischen den Systemen
  • Fehlermeldung direkt bei der Übergabe
  • Kanzlei muss den Mandanten freischalten
Variante 03

Hybrid aus Datei und API

Große Mengen wie Zeit- und Abwesenheitsbuchungen laufen weiter als Datei, während Stammdaten und Rückmeldungen über eine Schnittstelle fließen. Das kann sinnvoll sein, wenn ein Zeiterfassungssystem nur Dateiexporte kennt, die HR-Plattform aber eine API anbietet.

  • Zwei Übertragungswege bedeuten zwei Fehlerquellen
  • Datenhoheit je Datenart eindeutig festlegen
  • Zuständigkeiten dokumentieren
Variante 04

Betrieb durch Payroll-Dienstleister

Ein Dienstleister wie SD Worx betreibt die Abrechnung als Service. Das schafft vertraglich geregelte Servicezeiten, bedeutet aber weniger Einblick in die Abrechnungslogik. Ob DATEV dabei noch eine Rolle spielt, hängt vom jeweiligen Angebot ab und ist vorab zu klären.

  • Klare Servicezeiten und Zuständigkeiten
  • Abhängigkeit vom Dienstleister einplanen
  • Datenübergabe trotzdem als Datenvertrag beschreiben

Die Reihenfolge ist keine Rangfolge. Schreiben Sie den Datenvertrag (nächster Abschnitt) unabhängig vom Transportweg, dann lässt sich später von Datei auf API wechseln, ohne Mappings neu zu verhandeln. Welche Anbieter welchen Weg unterstützen, zeigt der Vergleich der Payroll-Software.

Datenvertrag und Mapping

Der Datenvertrag vor der ersten Schnittstellenzeile

Bevor Mappings entstehen, legen HR, Payroll und Kanzlei fest, welche Felder Pflicht sind, welche Code-Listen gelten und ab wann eine Änderung wirksam ist. Ohne diese Vereinbarung bleibt jeder Export vom Zufall abhängig.

Person und Beschäftigung

Alles, was eine Beschäftigung eindeutig beschreibt.

  • Beschäftigungsart (Vollzeit, Teilzeit, Minijob, Midijob)
  • Ein- und Austritt, Arbeitszeitmodell
  • Bankverbindung, Steuer-ID, Sozialversicherungsnummer
  • Adresse und ELStAM-Status

Organisation und Dimensionen

Die Struktur, nach der später gebucht und berichtet wird.

  • Kostenstellen, Standort, Abteilung
  • Optionale Dimensionen wie Projekt oder Mandant
  • Gültigkeit der Zuordnung von und bis

Vergütung und Lohnarten

Jede Vergütungsart braucht einen Code und eine eindeutige Behandlung.

  • Grundentgelt, Zulagen, Boni, Sachbezüge
  • Betriebliche Altersversorgung als eigene Lohnarten
  • Steuer- und SV-Behandlung sowie Kontierung

Zeit und Abwesenheit

Von der Planung bis zur bewerteten Abwesenheit.

  • Arbeitszeiten als Plan und Ist, Pausen
  • Krankheit (mit eAU), Urlaub, Sonderurlaub
  • Bewertung in Stunden oder Tagen, Zuschlagsfähigkeit

Konten und Zuschläge

Regeln, die später jede Prüfung beantworten muss.

  • Gleitzeit- und Überstundenkonten
  • Nacht-, Sonntags- und Feiertagsregeln
  • Grenzwerte und Rundungen dokumentieren

Mapping-Grundsätze

Vier Regeln, die spätere Korrekturen vermeiden.

  • Technische IDs statt Personalnummer als Schlüssel
  • Gültigkeitszeitraum statt stiller Überschreibung
  • Zentral gepflegte, versionierte Code-Listen
  • Delta-Übertragung nur für Änderungen seit dem letzten Stichtag
Integrationsmatrix

Welches System liefert was?

SystemÜbergabeZweckWorauf achten
HR-KernREST-API oder DateiStammdaten, Verträge, Vergütung, KostenstellenPflichtfelder, Änderungshistorie
ZeiterfassungEreignisse oder Delta-DateiArbeitszeiten, Pausen, ProjekteRundungen, Offline-Buchungen, mobile Nachträge
AbwesenheitEreignisseUrlaub, Krankheit, LohnfortzahlungTyp-Mapping, eAU, Nachweise
SchichtplanungPlan-Ist-AbgleichGrundlage für ZuschlägeUmplanungen, Ruhezeiten, Qualifikationen
DATEV-LohnDatendienste oder DateiLohnlauf, Meldungen, LohnzettelRückläufer und Protokolle auswerten
FinanzbuchhaltungBuchungssätze per Datei oder DatendienstPersonalkosten, RückstellungenKontenplan, Stichtage
ReportingStandard-FeedsKosten, Überstunden, TrendsEinheitliche Definitionen, Historisierung
Identität und ZugriffSAML, OIDC, SCIMZugänge, Rollen, OffboardingLeast Privilege, regelmäßige Rezertifizierung

Vertiefende Informationen zu den vorgelagerten Systemen finden Sie unter Zeit- und Workforce-Management und HR-Software-Funktionen.

Quality-Gates

Pre-Payroll-Checks, Cutoffs und Delta-Strategie

Eine Übergabe, die beim ersten Mal stimmt, ist weniger eine Frage der Technik als der Disziplin. Diese sechs Prüfungen gehören vor jeden Export an die Kanzlei.

01

Pflichtfelder

Bankverbindung, Steuer-ID, Sozialversicherungsnummer, Beschäftigungsart und Kostenstelle müssen vollständig sein. Fehlt eine Angabe, wird der Export für diese Person blockiert.

02

Zeiten bestätigt

Offene Korrekturen, Verstöße gegen Pausen- und Ruhezeiten sowie mobile Nachträge sind geklärt und synchronisiert.

03

Abwesenheiten geklärt

Krankmeldungen, eAU-Abruf, Lohnfortzahlung und Nachweise sind je Fall zugeordnet und sichtbar.

04

Zuschläge plausibel

Plan und Ist liegen vor, Rundungen sind einheitlich und die Grenzwerte nach § 3b EStG werden eingehalten.

05

Konten stabil

Salden bewegen sich im erwartbaren Rahmen, Ausgleichs- und Auszahlungsanträge sind genehmigt.

06

Organisation korrekt

Kostenstellen sind gültig, Mandanten und Abrechnungskreise richtig zugeordnet.

Legen Sie dazu einen Pre-Payroll-Kalender fest: Stichtag für Änderungen (Cutoff), ein Simulationslauf und der finale Lauf. Jede Freigabe wird nach dem Vier-Augen-Prinzip je Bereich oder Kostenstelle dokumentiert. Die Anforderungen an Zugriff und Protokollierung ergänzen die Hinweise im Abschnitt zum Datenschutz sowie die Übersicht DSGVO und HR-Software.

Technische Umsetzung

Pakete, Idempotenz und Protokolle

Pakete und Manifest

Bei Dateiübergabe sollte jedes Paket eine Manifestdatei enthalten.

  • Zeitstempel, Quellsystem und Version
  • Dateiliste und Prüfsumme, zum Beispiel SHA-256
  • Erleichtert Wiederanlauf und Nachweis

Idempotenz und Wiederanlauf

Derselbe Datensatz darf mehrfach ankommen, ohne doppelt zu wirken.

  • Eindeutiger Schlüssel je Ereignis
  • Fehlerhafte Datensätze in eine Warteschlange mit Ursache
  • Korrekturhinweis statt stillem Verwerfen

Transport und Protokolle

Verschlüsselt übertragen und jede Übergabe nachvollziehbar halten.

  • sFTP oder HTTPS, sensible Felder in Logs maskieren
  • Zeitraum, Anzahl, Absender, Empfänger, Prüfsumme, Fehlerliste, Freigabe
  • Zertifikate wie ISO/IEC 27001 oder SOC 2 samt Geltungsbereich erfragen
Deutsche Besonderheiten

Regeln, die Mappings in der Praxis brechen

Diese Punkte führen am häufigsten zu Nachberechnungen, wenn sie im Datenvertrag fehlen. Die Werte gelten nach Stand Oktober 2026 und sind jeweils mit Quelle genannt.

ThemaRegel und QuelleFolge für die Schnittstelle
Mindestlohn13,90 Euro pro Stunde seit 1. Januar 2026, 14,60 Euro ab 1. Januar 2027 (Quelle: TK Firmenkunden, 16. Februar 2026)Stundenlohn vor dem Export gegen die Untergrenze prüfen und den Nachweis aufbewahren
MinijobVerdienstgrenze 2026: 603 Euro monatlich, 2025 waren es 556 Euro (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, 23. Februar 2026)Beschäftigungsart monatlich prüfen. Wird die Grenze überschritten, ist nach DEÜV umzumelden (Quelle: TK Firmenkunden)
MidijobÜbergangsbereich 2026 von 603,01 bis 2.000 Euro, reduzierter Beitragsanteil der Beschäftigten (Quelle: Deutsche Rentenversicherung)Entgelt und Beschäftigungsart vollständig übergeben, die Beitragsberechnung bleibt in der Abrechnung
ZuschlägeSteuerfrei bis 25 Prozent (Nacht), 50 Prozent (Sonntag) und 125 Prozent (Feiertage) des Grundlohns, Grundlohn höchstens 50 Euro je Stunde, Nachtarbeit von 20 bis 6 Uhr (Quelle: § 3b EStG)Zuschläge aus dem Plan-Ist-Abgleich je Zeitfenster berechnen, Grenzen und Rundungen dokumentieren. Mehr unter Schichtplanung
eAUDie Krankenkasse stellt die Arbeitsunfähigkeitsdaten zum Abruf bereit (Quelle: § 109 SGB IV)Abruf aus der Abwesenheit heraus anstoßen, Ergebnis versioniert ablegen
AufbewahrungLohnunterlagen mit Bedeutung für die Gewinnermittlung 8 Jahre, im Zweifel 10 Jahre; Aufzeichnungen nach MiLoG mindestens 2 Jahre (Quelle: TK Firmenkunden, 20. Februar 2026; § 17 MiLoG)Übergabeprotokolle und Mindestlohnnachweise in dieselbe Aufbewahrungslogik aufnehmen, siehe Mindestlohn-Dokumentation und Arbeitszeiterfassung
Kostenstruktur

Was kostet die DATEV-Schnittstelle?

Die Kosten einer DATEV HR Integration entstehen auf drei Ebenen: HR-Software-Modul, DATEV-seitige Kanzleilizenz und einmaliger Implementierungsaufwand. Eine Gesamtzahl laesst sich ohne konkrete Unternehmenskonstellation nicht nennen, typische Groessenordnungen sind jedoch transparent darstellbar.

Kostenebene Preismodell Typische Groessenordnung Anmerkung
HR-Software: DATEV-Modul Inklusiv oder Add-on je nach Tarif 0 bis 200 EUR/Monat HRworks inkludiert die Schnittstelle in bestimmten Paketgroessen; andere Anbieter berechnen 30 bis 200 EUR als Add-on
DATEV-Kanzleiseite (Einrichtung) Stundenbasiert (1 bis 3 Stunden bei erfahrenen Kanzleien) 300 bis 1.250 EUR einmalig Bei Stundensatz 150 bis 250 EUR; Kanzleien mit API-Erfahrung liegen am unteren Ende
DATEV-Kanzleiseite (laufend) 0,5 bis 1 Stunde/Monat fuer Ueberwachung 75 bis 250 EUR/Monat Oft im Steuerberatungshonorar integriert, ohne explizite Ausweisung
Interner Implementierungsaufwand 10 bis 30 Personalstunden je nach Komplexitaet 500 bis 1.500 EUR einmalig Bei internem Stundensatz 50 EUR; externe IT-Dienstleister 800 bis 1.500 EUR/Tag zusaetzlich
Beispielkalkulation

Kosten fuer ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitenden

Position Einmalig Monatlich Jahr 1 gesamt
HR-Software DATEV-Schnittstelle (Add-on) - ca. 80 EUR ca. 960 EUR
Kanzleiseitige Einrichtung (4 h x 180 EUR) ca. 720 EUR - ca. 720 EUR
Laufende Kanzleikosten (0,5 h/Monat x 180 EUR) - ca. 90 EUR ca. 1.080 EUR
Interner Implementierungsaufwand (20 h x 50 EUR) ca. 1.000 EUR - ca. 1.000 EUR
Gesamtkosten ca. 1.720 EUR ca. 170 EUR ca. 4.000 bis 5.000 EUR

Diese Richtwerte sind Naehrungswerte und variieren je nach Anbieter, Kanzlei und Unternehmenskomplexitaet erheblich. Ab Jahr 2 entfallen die einmaligen Implementierungskosten: ca. 2.000 bis 2.500 EUR jaehrlich.

Anbietervergleich

10 HR-Software-Anbieter mit DATEV-Schnittstelle

Der DATEV Marktplatz listet geprueofte Schnittstellenanbieter im Bereich Lohn und Personal (Quelle: datev.de/marktplatz, 2025). Die folgende Uebersicht zeigt relevante HR-Software-Anbieter fuer den DACH-Mittelstand nach Zielgroesse, Schnittstellentyp und Partner-Status.

Anbieter Zielgroesse Schnittstellentyp DATEV-Produkt Partner-Status Besonderheit
Personio Cloud-HR, gegruendet 2015 in Muenchen
10 bis 2.000 MA Lohnimportdatenservice
Lohnzettel-Rueckuebertragung moeglich
LODAS, Lohn und Gehalt Partnerschaft laut DATEV-Magazin (21. Januar 2025) beendet; Status vor Projektstart pruefen Weit verbreitet im deutschsprachigen Mittelstand; breite HR-Plattform
HRworks Corporate Partner HR-Software, DACH-Mittelstand
50 bis 1.000 MA Alle 6 Datendienste
inkl. Lohnaustauschdienst
LODAS, LuG, Personal, Belege online, Kanzlei-RW, Mittelstand Faktura ✓ Corporate + Interface Partner Einziger Anbieter mit allen 6 DATEV-Datendiensten; Early Adopter Lohnaustauschdienst
Rexx Systems HR-Suite, Hamburg, seit 2000
100 bis 10.000 MA Cloud API, bidirektional LODAS, Lohn und Gehalt ✓ Schnittstellenpartner seit 2019 Strategische DATEV-Partnerschaft seit 2019; geeignet fuer komplexe HR-Prozesse
taxmaro Neu Juli 2025 Payroll-Loesung
10 bis 500 MA Lohnaustauschdatenservice
bidirektional (neu ab Juli 2025)
Lohn und Gehalt ✓ Marktplatz-Partner Einer der ersten drei Early Adopter des DATEV Lohnaustauschdatenservices
Factorial Neu Juli 2025 Europaeische HR-Plattform
10 bis 1.000 MA Lohnaustauschdatenservice
bidirektional (neu ab Juli 2025)
LODAS, Lohn und Gehalt ✓ Marktplatz-Partner Wachsende DACH-Praesenz; fruehe Implementierung des bidirektionalen Dienstes
Lucca (Payroll Assistant) HR-Plattform, Payroll-Fokus
50 bis 2.000 MA DATEV Lohnexport LODAS, Lohn und Gehalt ✓ Zertifizierter Anbieter Lohndaten-Export per Knopfdruck; bidirektionale Funktionen in Entwicklung
Kenjo HR fuer schnell wachsende KMU
20 bis 500 MA DATEV Integration (Lohnimport) LODAS, Lohn und Gehalt ✓ Marktplatz-Partner Einfache Einrichtung; Fokus auf KMU und schnell wachsende Unternehmen
ATOSS (Time Control) Zeitwirtschaft, gegruendet 1987
200 bis 50.000 MA Bidirektionale Zeitdatenuebertragung LODAS, LuG, DATEV Kostenrechnung ✓ Technisch verifizierte Kooperation Spezialisiert auf Schichtbetrieb und Produktion; ueber ein Jahrzehnt bestehende Kooperation
Sage HR Suite KMU-Software, etablierter Anbieter
50 bis 5.000 MA DATEV Online Schnittstelle DATEV-Lohnprodukte ✓ DATEV AppCenter Ideal fuer Unternehmen mit weiteren Sage-Produkten; etabliertes KMU-Oekosystem
flair.hr Salesforce-native HR-Plattform
20 bis 500 MA Lohnimportdatenservice LODAS, Lohn und Gehalt ✓ Marktplatz-Partner Fuer Salesforce-Nutzer: HR und DATEV-Anbindung in einem einheitlichen System
Kanzlei-Checkliste

Checkliste fuer den Steuerberater

Mandantenfreigabe in DATEV

  • Mandantennummer identifizieren und bereitstellen
  • Mandanten fuer gewuenschten Datendienst freischalten
  • Autorisierungsfreigabe im DATEV Marktplatz vergeben
  • Dienstfreischalt-Code oder API-Berechtigung einrichten

Lohnarten-Mapping koordinieren

  • Vollstaendige Liste aller relevanten Lohnarten erstellen
  • DATEV-Lohnart-Nummern zuordnen (erfordert DATEV-Kenntnisse)
  • Mapping schriftlich dokumentieren und ablegen
  • Sonderfaelle: Sachbezuege, Kurzarbeit, Minijobs

Datendienst-Abonnement pruefen

  • Gewoenschten DATEV-Datendienst in der Kanzlei-Lizenz pruefen
  • Ggf. separat beim DATEV-Kundenservice beauftragen
  • Einrichtungszeit einplanen: 1 bis 3 Stunden bei Vorerfahrung
  • DATEV-Betreuer bei Unsicherheit kontaktieren
Einrichtungs-Guide

DATEV HR Integration in 6 Schritten einrichten

Die Einrichtung erfordert die Zusammenarbeit zwischen HR-Verantwortlichen, dem HR-Software-Anbieter und der Kanzlei. Kleine Unternehmen brauchen typischerweise 1 bis 3 Wochen, mittlere Unternehmen 4 bis 8 Wochen, grosse Unternehmen mit mehreren Abrechnungskreisen 3 bis 6 Monate.

01

Abstimmung mit dem Steuerberater

Den Steuerberater einbinden und aktiv mitwirken lassen. DATEV-Produkt klaeren (LODAS oder Lohn und Gehalt), Mandanten freischalten, Mandantennummer und API-Zugangsdaten beschaffen. Ohne Steuerberater-Mitwirkung startet die Integration nicht. Typischer Zeitaufwand Kanzlei: 1 bis 3 Stunden.

02

Konfiguration in der HR-Software

Lohnarten-Mapping einrichten: Jede HR-Lohnart einer DATEV-Lohnart-Nummer zuordnen. Kostenstellenzuordnung pruefen. Abrechnungskreise konfigurieren. Pflichtfelder (Steuerklasse, SV-Nummer, Krankenkasse) vollstaendig erfassen. Dies ist der technisch aufwendigste Schritt.

03

Testlauf mit Demodaten

Testlauf mit realen oder synthetischen Mitarbeiterdaten durchfuehren. Stammdaten, Fehlzeiten und Lohnarten pruefen. Fehler in dieser Phase sind normal und erwartet. Ein gruendlicher Testlauf verhindert Fehler in der Produktivumgebung.

04

Pilotabrechnung parallel zur manuellen Abrechnung

Ersten produktiven Lohnlauf parallel zur bisherigen manuellen Abrechnung durchfuehren. Ergebnisse vergleichen. Erst bei identischen Abrechnungsergebnissen wird die manuelle Uebertragung eingestellt. Dieser Schritt sichert die Datenlage ab.

05

Schulung der Beteiligten

HR-Verantwortliche und Kanzleimitarbeitende in den neuen Prozess einweisen: monatliche Datenubergabe ausloesen, Uebertragungsfehler erkennen, Ansprechpartner fuer HR-Software-Support vs. DATEV-Support klaeren.

06

Produktivbetrieb und laufende Pflege

Integration in Betrieb nehmen. DATEV-Jahreswechsel-Updates im November pruefen, neue Lohnarten mappen, bei Tarifaenderungen Datenstrukturen anpassen. Release-Notes des HR-Software-Anbieters im November beachten.

Compliance und Datenschutz

DSGVO, AVV und Beschaeftigtendatenschutz

Bei der Uebertragung von Lohn- und Personaldaten an den Steuerberater handelt es sich um die Verarbeitung personenbezogener Daten im Sinne der DSGVO. Die folgenden Rechtsgrundlagen und Massnahmen sind zu beachten.

Rechtsgrundlage

Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO

Die Uebertragung von Lohnbuchhaltungsdaten an den Steuerberater ist grundsaetzlich durch Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO gerechtfertigt: Erfuellung rechtlicher Verpflichtungen im Bereich Steuer- und Sozialversicherungsrecht. Eine separate Einwilligung der Mitarbeitenden ist nicht erforderlich.

Auftragsverarbeitung

Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO

Wenn der HR-Software-Anbieter oder der Steuerberater Lohndaten im Auftrag des Unternehmens verarbeitet, ist ein AVV erforderlich. Dieser regelt Art, Zweck und Dauer der Verarbeitung, technische und organisatorische Massnahmen sowie Rechte des Unternehmens als Verantwortlichem.

  • HR-Software-Anbieter: AVV wird i.d.R. in Vertragsunterlagen bereitgestellt
  • Steuerberater: AVV-Pflicht haengt von Konstellation ab
  • Bei Unsicherheit: juristischen Rat oder DSB einschalten
Beschaeftigtendatenschutz

§ 26 BDSG (Beschaeftigtendatenschutz)

§ 26 BDSG regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten im Beschaftigungskontext. Lohndaten gehoeren zu den sensibelsten Beschaeftigtendaten, da sie Rueckschluesse auf die persoenliche und wirtschaftliche Situation der Mitarbeitenden ermoglichen. Das Datenschutzkonzept muss diese besondere Sensibilitaet beruecksichtigen.

  • Zugriffsbeschraenkung auf autorisierte Personen
  • Protokollierung aller Datenzugriffe und -uebertragungen
  • Rollenbasierte Zugriffsrechte in der HR-Software
Technische Massnahmen

TLS-Verschluesselung und TOMs

Moderne DATEV-Integrationen ueber API-basierte Datendienste verwenden TLS-Verschluesselung bei der Datenuebertragung. Zertifizierte Schnittstellenanbieter setzen aktuelle Verschluesselungsstandards um und dokumenierten ihre technischen und organisatorischen Massnahmen (TOMs).

  • TLS-Verschluesselung bei allen API-Uebertragungen
  • Rollenbasierte Zugriffssteuerung
  • Automatische Protokollierung aller Datenuebertragungen
GoBD-Konformitaet

Revisionssichere Protokollierung

Die GoBD (Grundsaetze zur ordnungsmaessigen Fuehrung und Aufbewahrung von Buechern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) verlangen eine revisionssichere Dokumentation. Uebertragungsprotokolle der DATEV-Schnittstelle sollten mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden, analog zur steuerlichen Aufbewahrungsfrist fuer Lohnunterlagen.

  • Aufbewahrungsfrist: mindestens 10 Jahre
  • Nachvollziehbarkeit bei Betriebspruefungen
  • Wer hat wann welche Daten uebermittelt?
Datenuebermittlung

Steuerberater als Verarbeiter

Ob der Steuerberater einen AVV mit dem Unternehmen schliessen muss, haengt von der rechtlichen Konstellation ab. Verarbeitet er im eigenen Namen und unter eigener Verantwortung (z.B. Steuerberatungsmandat), ist er eigenverantwortlicher Verarbeiter, nicht Auftragsverarbeiter. Verarbeitet er ausschliesslich nach Weisung des Unternehmens, ist ein AVV erforderlich.

  • Eigenverantwortlicher Verarbeiter: kein AVV erforderlich
  • Auftragsverarbeiter: AVV nach Art. 28 DSGVO Pflicht
  • Zweifelsfaelle: Fachanwalt fuer Datenschutzrecht einschalten
Fehler und Fallstricke

7 haeufige Fehler bei der DATEV-Integration

Die haeufigsten Probleme bei DATEV HR Integrationen entstehen nicht durch die Technik, sondern durch fehlerhafte Datenvorbereitung und mangelnde Abstimmung zwischen den Beteiligten. Diese Fehler sollten Sie vor dem Go-live kennen.

Fehler 01

Falsches Lohnarten-Mapping

Jede HR-Lohnart muss einer DATEV-Lohnart-Nummer zugeordnet werden. Haefige Fehler: Ueberstundenvergutung mit falscher Nummer, Sachbezuege als regulaere Lohnzahlung, Einmalzahlungen als laufende Verguetung gebucht. Folge: steuerliche Fehler und falsche Abrechnungen.

  • Loesung: Mapping gemeinsam mit Steuerberater durchfuehren
  • Schriftliche Dokumentation anfertigen
Fehler 02

Unvollstaendige Stammdaten

Die Uebertragung schlaegt fehl, wenn Pflichtfelder in der HR-Software nicht vollstaendig befuellt sind. Typisch fehlende Daten: Sozialversicherungsnummer, Krankenkassen-Beitragsgruppe, Steueridentifikationsnummer, Eintrittsdaten bei Neueinstellungen.

  • Loesung: Vollstaendigkeitspruefung vor erster Uebertragung
  • Checkliste fuer Neueinstellungen erstellen
Fehler 03

Verspaetete Bewegungsdaten

Wenn Fehlzeiten oder Ueberstunden erst nach der geplanten Lohnubergabe in der HR-Software erfasst werden, kommt es zu Nachkorrekturen oder falschen Abrechnungen.

  • Loesung: Klare Deadlines fuer Datenerfassung festlegen
  • Mindestens 2 Arbeitstage vor DATEV-Uebertragung
Fehler 04

Falsche Kostenstellenzuordnung

Wenn Mitarbeitende in der HR-Software einer anderen Kostenstelle zugeordnet sind als in DATEV erwartet, entstehen Buchungsfehler in der Finanzbuchhaltung.

  • Loesung: Kostenstellenschema in beiden Systemen identisch halten
  • Bei Organisationsaenderungen: beide Systeme gleichzeitig aktualisieren
Fehler 05

Mehrere Abrechnungskreise und Mandanten

Unternehmen mit mehreren Tochtergesellschaften und unterschiedlichen DATEV-Mandantennummern brauchen fuer jeden Mandanten eine separate Konfiguration. Komplexitaet und Dokumentationsaufwand steigen erheblich.

  • Loesung: Mandantenstruktur in DATEV vorab klaeren
  • HR-Software-Konfiguration entsprechend aufbauen
Fehler 06

Versionskompatibilitaet nach DATEV-Updates

DATEV aktualisiert seine Software regelmaessig. Datenfeldbezeichnungen, Lohnart-Nummern oder API-Parameter koennen sich aendern. Eine nicht aktualisierte HR-Schnittstelle kann nach einem DATEV-Update aussetzen.

  • Loesung: Nur DATEV-zertifizierte Schnittstellenpartner einsetzen
  • Release-Notes des HR-Anbieters im November pruefen
Fehler 07

Fehlende Probeabrechnungen

Viele Unternehmen ueberspringen den Testlauf und gehen direkt in den Produktivbetrieb. Fehler werden dann erst entdeckt, wenn Mitarbeitende falsche Gehaltsabrechnungen erhalten oder eine Betriebspruefung die Daten analysiert.

  • Loesung: Mindestens einen vollstaendigen Testlauf durchfuehren
  • Idealerweise parallel zur manuellen Abrechnung
Zusammenarbeit mit der Kanzlei

Rollen, Messgrößen und typische Konstellationen

Bei Kanzlei-betriebenen DATEV-Umgebungen entscheidet die Abstimmung über einen ruhigen Lohnlauf. Halten Sie Verantwortlichkeiten und ein gemeinsames Pre-Payroll-Protokoll schriftlich fest.

RolleVerantwortungNachweise
HR-Betrieb (umsetzend)Datenqualität, Pre-Payroll-Checks, FreigabenChecklisten, Änderungsprotokolle
Payroll-Leitung (verantwortlich)Hoheit über die Schnittstelle, Exportfreigabe, EskalationÜbergabeprotokoll, Regeln gegen Doppelverarbeitung
Steuerkanzlei (umsetzend und beratend)Import, Lohnlauf, Behördenmeldungen, RückläuferImport-Protokolle, Auswertungen
Finanzen (beratend)Konten, Kostenstellen, BuchungenKontenplan, Buchungsjournal
IT und Informationssicherheit (beratend)Zugänge, Schlüssel, RechteSchlüsselverwaltung, Rezertifizierung

Messgrößen im Betrieb

Legen Sie Zielwerte selbst fest, denn sie hängen von Ihrer Ausgangslage ab. Sinnvoll sind diese fünf Größen:

  • Fehlerquote beim Export von Zeit und Abwesenheit
  • Dauer vom Cutoff bis zur Auszahlung
  • Anteil nachberechneter Abrechnungen
  • Offene Korrekturen vor dem Cutoff nach Fehlerklasse
  • Rückfragen zum Lohnzettel je 100 Beschäftigte

Rollout und Hypercare

Ein möglicher Ablauf vom Test bis zum Regelbetrieb:

  • Datenvertrag und Mappings mit der Kanzlei an Testfällen prüfen
  • Mindestens zwei Parallelläufe mit Abweichungsanalyse
  • Regressionstests für Eintritte, Austritte, Minijobs, Midijobs, Zuschläge und Rückrechnungen
  • Notfallpfad per Datei festlegen
  • In den ersten Wochen nach dem Start täglich Fehler besprechen
Typische Konstellationen

Drei Ausgangslagen, drei Knackpunkte

Filialbetrieb mit vielen Teilzeitkräften

Hoher Anteil an Teilzeit und Minijobs, wechselnde Schichten, Zuschläge am Wochenende. Kritisch ist der Abgleich zwischen Schichtplan und Ist-Zeiten sowie die automatische Bewertung der Zuschläge. Mehr dazu unter HR-Software für Handel und Filiale.

Produktion im Mehrschichtbetrieb

Nacht- und Feiertagszuschläge, mehrere Standorte, Aufteilung auf Kostenstellen. Kritisch sind Grenzwerte und Rundungen der Zuschläge sowie mehrere Mandanten. Hinweise finden Sie unter HR-Software für Fertigung und Industrie.

Wachsendes Unternehmen mit flexibler Vergütung

Remote-Arbeit, internationale Beschäftigte, betriebliche Altersversorgung und variable Boni. Kritisch sind die Gültigkeit bei Gehaltswechseln, ELStAM und die Abzüge der Altersversorgung. Einen Überblick bietet HR-Software für den Mittelstand.

Zur Projektorganisation passen die Hinweise zur Einbindung des Betriebsrats, die Kosten über mehrere Jahre bildet der Beitrag zu den Gesamtkosten von HR-Software ab. Eine passende Auswahl erhalten Sie über die HR-Software-Shortlist.

FAQ

Haeufig gestellte Fragen zur DATEV HR Integration

Die wichtigsten Fragen zu Schnittstellen, Kosten, Anbieterauswahl und rechtlichen Anforderungen.

Welche HR-Software-Anbieter sind DATEV-zertifiziert?

Auf dem DATEV Marktplatz (datev.de/marktplatz) sind zahlreiche HR- und Payroll-Anbieter als geprueofte Schnittstellenpartner gelistet (Stand 2025). Zu den bekannten Anbietern fuer den deutschen Mittelstand gehoeren HRworks, Rexx Systems, taxmaro, Factorial, Lucca, Kenjo, ATOSS, Sage HR, flair.hr und HiBob. HRworks traegt den offiziellen Status "DATEV Corporate Partner". Personio ist nicht mehr aufgefuehrt, da DATEV laut DATEV-Magazin (21. Januar 2025) die Partnerschaft beendet hat. Die Aufnahme in den DATEV Marktplatz erfordert eine technische Pruefung der Schnittstelle durch DATEV, bei der Datensicherheit, korrekte Datenuebertragung und Verschluesselungsstandards geprueft werden.

Was ist der Unterschied zwischen DATEV LODAS und DATEV Lohn und Gehalt?

DATEV LODAS ist das aeltere Lohnprodukt, das primaer fuer Steuerberatungskanzleien mit kleinen Mandanten entwickelt wurde. Die Abrechnung wird teilweise im DATEV-Rechenzentrum durchgefuehrt. DATEV Lohn und Gehalt (kurz: LuG) ist das modernere und umfangreichere Produkt, das sowohl von Kanzleien als auch von Unternehmen mit interner Lohnbuchhaltung genutzt wird. Beide Produkte werden von DATEV aktiv weiterentwickelt und erhalten jaehrliche Jahreswechsel-Updates. Fuer Unternehmen ist entscheidend, welches Produkt der Steuerberater nutzt. Die meisten modernen HR-Schnittstellen unterstuetzen beide Produkte.

Kann ich alle Lohnarten automatisch uebertragen?

Nein, nicht automatisch. Jede Lohnart in der HR-Software muss einmalig einer DATEV-Lohnart-Nummer zugeordnet werden. Dieser Mapping-Schritt erfordert Fachkenntnis im DATEV-Lohnrecht und sollte gemeinsam mit dem Steuerberater durchgefuehrt werden. Nach dem initialen Mapping erfolgt die Uebertragung der zugeordneten Lohnarten automatisch bei jedem Lohnlauf. Neue Lohnarten muessen manuell ergaenzt werden, da DATEV Hunderte von standardisierten Lohnarten kennt und die Zuordnung fachliche Praezision erfordert.

Wie lange dauert die Einrichtung der DATEV-Schnittstelle?

Die Dauer haengt von der Unternehmensgroesse und der Komplexitaet der Lohnarten ab. Fuer kleine Unternehmen unter 50 Mitarbeitenden sind 1 bis 3 Wochen realistisch. Fuer mittlere Unternehmen zwischen 50 und 500 Mitarbeitenden dauert es typischerweise 4 bis 8 Wochen. Grosse Unternehmen mit mehreren Abrechnungskreisen oder Tochtergesellschaften sollten 3 bis 6 Monate einplanen. Voraussetzung ist, dass der Steuerberater aktiv mitwirkt, was haeufig der limitierende Faktor ist.

Was kostet die DATEV-Integration?

Die Kosten entstehen auf mehreren Ebenen. Die HR-Software berechnet die DATEV-Schnittstelle je nach Anbieter als inklusiven Bestandteil eines Tarifs oder als kostenpflichtiges Add-on (typischerweise 30 bis 200 EUR pro Monat). DATEV selbst berechnet den Kanzleien Gebuehren fuer die Datendienste, die in der Regel im Honorar des Steuerberaters beruecksichtigt sind. Hinzu kommt interner Aufwand fuer Konfiguration, Testing und Schulung (bei mittelgrossen Unternehmen 10 bis 30 Personalstunden). Eine Beispielkalkulation fuer ein 100-Mitarbeiter-Unternehmen ergibt Gesamtkosten Jahr 1 von ca. 4.000 bis 5.000 EUR, ab Jahr 2 ca. 2.000 bis 2.500 EUR jaehrlich.

Muss der Steuerberater der DATEV-Integration zustimmen?

Ja. Der Steuerberater muss aktiv mitwirken und den Mandanten im DATEV-System fuer den Datenaustausch freischalten. Ohne diese Freischaltung kann die HR-Software keine Verbindung aufbauen. Ausserdem muss der Steuerberater das Lohnarten-Mapping bestaetigen und Zugangsdaten bereitstellen. In der Praxis ist die Bereitschaft des Steuerberaters, die Integration zu unterstuetzen, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Kanzleien, die mit modernen Datendiensten vertraut sind, richten die Integration erheblich schneller ein als solche, die noch primaer mit der manuellen ASCII-Dateiuebertragung arbeiten.

Was passiert bei DATEV-Updates mit der Schnittstelle?

DATEV veroeffentlicht regelmaessig Software-Updates, die Datenfeldaenderungen, neue Lohnart-Nummern oder API-Parameter beinhalten koennen. Wenn die HR-Software-Schnittstelle nicht zeitnah angepasst wird, kann es zu Uebertragungsfehlern oder Inkompatibilitaeten kommen. Zertifizierte DATEV-Schnittstellenpartner verpflichten sich, ihre Integrationen nach DATEV-Updates anzupassen. Es empfiehlt sich, beim HR-Software-Anbieter nach dem Update-Prozess zu fragen und die Release-Notes im November zu pruefen, wenn der jaehrliche DATEV-Jahreswechsel ansteht.

Ist eine bidirektionale Datenuebertragung zwischen HR-Software und DATEV moeglich?

Ja. Der am 16. Juli 2025 eingefuehrte DATEV Lohnaustauschdatenservice ermoeglicht bidirektionalen Datenaustausch (Quelle: DATEV Pressemitteilung, datev.de, 2025). Daten fliessen von der HR-Software zu DATEV (Stammdaten, Fehlzeiten, Lohnarten) und von DATEV zurueck zur HR-Software (Lohnzettel als PDF, Brutto/Netto-Uebersichten, eAU-Bestaetigungen). Die ersten zertifizierten Marktplatz-Partner mit implementiertem Lohnaustauschdatenservice waren HRworks, taxmaro und Factorial. Bei aelteren Integrationen ueber den Lohnimportdatenservice fliessen Daten nur unidirektional von der HR-Software zu DATEV.

Wie werden Uebertragungsfehler erkannt und gemeldet?

Moderne API-basierte DATEV-Integrationen liefern unmittelbares Feedback bei fehlgeschlagenen Uebertragungen. Die HR-Software zeigt Fehlercodes und Fehlerbeschreibungen an, zum Beispiel wenn ein Pflichtfeld fehlt, eine Lohnart-Nummer nicht bekannt ist oder der DATEV-Mandant nicht erreichbar ist. Der Anwender wird per E-Mail oder In-App-Benachrichtigung informiert. Bei der manuellen ASCII-Dateiuebertragung erfolgt keine automatische Rueckmeldung. Empfehlung: Nur API-basierte Integrationen mit automatischer Fehlerrueckmeldung einsetzen und Uebertragungsprotokolle regelmaessig pruefen.

Muss fuer die DATEV-Integration ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) geschlossen werden?

Die AVV-Pflicht haengt von der rechtlichen Konstellation ab. Verarbeitet der HR-Software-Anbieter Lohndaten im Auftrag des Unternehmens, ist ein AVV nach Art. 28 DSGVO erforderlich. Dieser wird in der Regel durch den HR-Software-Anbieter im Rahmen der Vertragsunterlagen bereitgestellt. Ob auch der Steuerberater einen AVV mit dem Unternehmen schliessen muss, haengt davon ab, ob er als Auftragsverarbeiter oder eigenverantwortlicher Verarbeiter handelt. Bei Unsicherheit sollte ein Datenschutzbeauftragter oder Rechtsanwalt hinzugezogen werden.

Welche DATEV-Schnittstelle ist fuer mein Unternehmen die richtige?

Die Wahl haengt von drei Faktoren ab: Welches DATEV-Produkt setzt der Steuerberater ein (LODAS oder Lohn und Gehalt)? Soll die Uebertragung unidirektional oder bidirektional sein? Wie komplex ist die Lohnstruktur des Unternehmens? Fuer einfache Setups mit wenigen Lohnarten reicht der Lohnimportdatenservice. Fuer vollstaendig integrierte Prozesse mit Lohnzettel-Rueckuebertragung und eAU-Automatisierung ist der Lohnaustauschdatenservice die moderne Wahl. Konkrete Empfehlung: Die Anforderungen gemeinsam mit dem Steuerberater und dem HR-Software-Anbieter klaeren, bevor eine Plattform ausgewaehlt wird.

Kann ich von DATEV zu einer integrierten HR-Lohnabrechnung wechseln?

Ja, das ist moeglich. Mehrere HR-Software-Anbieter bieten integrierte Lohnabrechnungsmodule an, die ohne externe DATEV-Anbindung funktionieren. Der Wechsel bedeutet jedoch, dass die Lohnabrechnung nicht mehr vom Steuerberater, sondern intern oder ueber einen anderen Abrechnungsanbieter durchgefuehrt wird. Fuer Unternehmen, die ihren Steuerberater behalten moechten oder muessen, ist die DATEV-Integration der sinnvollere Weg. Ein vollstaendiger Wechsel weg von DATEV erfordert ausserdem die Uebernahme historischer Lohndaten und muss mit dem Steuerberater koordiniert werden.

Welche Daten sollten vor jedem Lohnlauf geprüft werden?

Prüfen Sie vor jedem Export Pflichtfelder wie Bankverbindung, Steuer-ID, Sozialversicherungsnummer und Beschäftigungsart. Ergänzend gehören bestätigte Zeiten, geklärte Abwesenheiten samt eAU, plausible Zuschläge, stabile Konten und gültige Kostenstellen dazu. Fehlt eine Angabe, sollte der Export für diese Person blockiert werden, statt später nachzuberechnen. Legen Sie außerdem einen Cutoff fest, nach dem sich Daten nicht mehr ändern, und dokumentieren Sie die Freigabe nach dem Vier-Augen-Prinzip.

Wie vermeide ich Doppelbuchungen bei wiederholten Exporten?

Vergeben Sie jedem Ereignis einen eindeutigen Schlüssel und lassen Sie das Zielsystem denselben Schlüssel nur einmal verarbeiten. So darf eine Übergabe nach einer Störung erneut gesendet werden, ohne dass Beträge doppelt wirken. Ergänzend sinnvoll sind Delta-Pakete mit Prüfsumme, ein Protokoll je Übergabe und eine Warteschlange für fehlerhafte Datensätze, in der Ursache und Korrekturhinweis stehen. Klären Sie diese Regeln vor dem Start mit Ihrem HR-Anbieter und der Kanzlei.

Welche Grenzen gelten 2026 für Minijobs und Midijobs?

Die Verdienstgrenze im Minijob liegt 2026 bei 603 Euro im Monat. Der Übergangsbereich für Midijobs reicht von 603,01 bis 2.000 Euro (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, 23. Februar 2026). Beide Werte folgen dem Mindestlohn, der seit 1. Januar 2026 13,90 Euro pro Stunde beträgt und ab 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro steigt (Quelle: TK Firmenkunden). Die Schnittstelle muss die Beschäftigungsart monatlich korrekt übergeben, damit die Abrechnung die passenden Regeln anwendet.

Wie läuft der eAU-Abruf über die HR-Software?

Nach der Krankmeldung erfasst die HR-Software die Abwesenheit und stößt den Abruf der Arbeitsunfähigkeitsdaten an. Die Krankenkasse stellt diese Daten nach § 109 SGB IV zum Abruf bereit. Beim Lohnaustauschdatenservice werden eAU-Daten laut DATEV automatisch zwischen HR-Lösung und Lohnsoftware synchronisiert (Quelle: DATEV Pressemitteilung, 16. Juli 2025). Legen Sie fest, wer den Abruf auslöst, wie Ergebnisse versioniert abgelegt werden und was bei fehlender Meldung passiert.

Welche HR-Software passt zu Ihrer DATEV-Konstellation?

Geben Sie Mitarbeiterzahl, DATEV-Produkt Ihres Steuerberaters und gewuenschte HR-Funktionen an. Wir erstellen eine kostenlose, individuelle Shortlist der passenden Anbieter mit DATEV-Schnittstelle.